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LUNA |
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Oder Diana bezeichnet in der Alchemie das, das man wegen seines weissen Glanzes als in Sympathie-Zusammenhang mit dem Mond stehend ansah. Der Mond spielt als Nachtgestirn eine grosse Rolle im Zauberglauben fast aller Zeiten und Völker. In der Spätantike ist das Mondbeschwören der thessalischen Hexen oft erwähnt. Die Einflüsse des Mondes auf das irdische Leben wurden oft erörtert; »Dass der mond grosse wasser, meer und flüss in sich habe, kan man daher abnemmen, weil er ein feuchter planet ist, dass er alle Feuchtigkeit auf Erden verursachet. Dann wann sein Schein voll ist, so seynd auch die krebs, muscheln, binsen und andere dergleichen Ding voll« schreibt P. Martin Cochem. »Bey manchen Kranckheiten spüre man nach dem Neu- oder Vollmond eine merkliche Veränderung. Der Schein des Mondes verursache eine Erkältung, und vermehre die Feuchtigkeit, dass nämlich mit dem zunehmenden Monde die Kälte und Feuchtigkeit zunehme, mit dem abnehmenden aber beyde abnehmen. Hieraus will man allerhand Veränderungen erklären, die in der Erfahrung begründet wären, zum Einen, dass Blumen, die man in vollem Mond versetze, voll würden, dass das Holtz im zunehmenden Mond mehr Feuchtigkeit hätte, dass wie das Sonnen Licht trocken und warm mache, also mache das Monden Licht feuchte, und vermehre die Kälte... Doch wird solcher Einfluss von anderen geleugnet«, so Zedlers Lexikon. In der astrologischen Tradition wird der Luna der Montag zugeordnet, die Farbe Silber, Violett oder Grün, unter den Edelsteinen der Aquamarin und Opal, unter den Zeichen des Zodiakus der Krebs. Ihren Einfluss betrachtet man als »erhöht« im Zeichen taurus und als »erniedrigt« im Zeichen scorpio. Besondere Beachtung fand er in der Volksmedizin, zum Beispiel im Zusammenhang mit dem Aderlass. Der Abergläubische meint, »alles steige aufwärts, wenn der Mond im Aufnehmen ist, darum schluckt er in dieser Zeit keine Purgatz, Abführmittel, aus Furcht, sie werde ein Brechmittel. Er glaubt, alles werde voll, wenn der Mond voll ist, darum trinkt er in dieser Zeit bei der äussersten Mattigkeit keinen Wein. Er glaubt, alles eile niederwärts, wenn der Mond abnimmt, darum hofft er jedes Mittel und jede Speise werde ihn in dieser Zeit purgieren. Er mag so krank sein, als er immer will, so nimmt er kein Mittel, von was für Art es immer sei, wenn der Mond im Stier ist, aus Furcht, dieses wiederkauende Tier jage sein Mittel aus dem Magen in den Mund«, so Johann Georg Zimmermann. J. W. Pfaff nennt den Mond »nächtlich, weiblich, feucht, kalt; beherrscht den Geschmack, die Kehle, Magen, Bauch, weibliches Glied; alles was links ist: Er bezieht sich als das Zeitgestirn auf die gelegene Zeit der Unternehmungen. Sonst auf Matronen, Schwängere, Mütter, endlich auf die Studien, Gesetzkunde, schwache Sinne, unglückliches Gedächtnis. Seine Wirkungen sind vorübergehend.« U. Becker erwähnt das Lunar-Horoskop, »ein dem Solar-Horoskop ähnliches System der Vorausberechnung der Einflüsse, der ein Mensch in einem Zeitraum von 28 Tagen unterworfen ist; die Berechnung erfolgt auf den Zeitpunkt des Überganges des Mondes über seinen eigenen Platz im Geburtshoroskop.« |
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