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LULLUS, Raimundus, Ramön Lull, auch Llull, circa 1235-1315, »doctor illuminatus« |
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Katalanischer Mystiker
und Alchemist, eine der interessantesten Persönlichkeiten im Mittelalter.
Der in Palma de Mallorca geborene Lullus führte bis zu seiner »Bekehrung«
1266 ein weltliches Leben, entschloss sich jedoch dann, dieses der Bekehrung
der Heiden zu widmen. Er studierte die arabische Sprache und predigte 1291
in Tunis, bis er verhaftet und ausgewiesen wurde. Seine Werke verschafften
ihm Ansehen, aber auch Widerspruch. Geistesgeschichtlich von grosser
Bedeutung ist die »ars generalis«, auch »ars magna et ultima«, der Versuch
zur Systematisierung der obersten, allgemeinsten und aus sich selbst
evidenten Prinzipien und Regeln, aus welchem durch Kombinatorik die
wissenschaftlichen Lehrsätze abgeleitet werden sollen. »Um die mögliche
Kombination der Grundbegriffe zu erleichtern..., griff Lullus zu
symbolischen und mechanischen Hilfsmitteln, zur Bezeichnung der
Grundbegriffe durch Buchstaben, zu ihrer Gruppierung in Tafeln, Feldern und
Kolumnen und in Figuren, speziell in Dreiecken und drehbaren Kreisen«. Diese
Kunstgriffe wurden durch Agrippa von Nettesheim, Giordano Bruno, Athanasius
Kircher und Gassendi sehr beachtet und eifrig studiert. Später befasste sich
Leibniz eingehend mit ihnen. In D. H. Kemmerichs »Akademie der
Wissenschafften«, Leipzig 1711, heisst es hingegen, man solle sich hüten
»vor Lullistische künste, weil man dadurch viel concepte im kopff krieget,
aber den kopff nur dadurch verwirret«. |
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