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LOSBÜCHER |
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Handschriften besonders
aus der Renaissance, die astrologisch stilisierte Orakel mit Hilfe von
Zahlenrädern und auf sie bezüglichen Wahrsprüchen enthalten, oft mit schönen
Miniaturbildern und volkskundlich interessanten Versen ausgestattet. Die
Ziffern, nach denen die drehbaren Räder einzustellen bzw. die betroffenen
Textstellen aufzusuchen sind, werden unter anderem durch Würfeln ermittelt.
Es ist anzunehmen, dass die Losbocher mehr im Sinne einer nicht ganz
ernstgemeinten, eher spielerischen Divination als in dem echt magischer
Orakelbefragung gebraucht wurden. I. V. Zingerle 1858 beschreibt ein
trientin. Losbuch im Besitz der Gräfin Klotz, dessen Vorspruch die Warnung
enthält: »Am jeder Crist der weist gar wol, daz er dem looss nicht trawen
sol, noch seczen ainich fantasey, freud, hoffnung, noch melancoley, auf
gstirn, noch tram, noch handes sag, auf tier, gflügl, noch kinndlestag, und
dergleichen gaugglereiy, dann teufels list ist stäts darbey...« Unter den 21
»fragstucken« ist zu erforschen, »ob ainer gluck werd haben«, »wie sich ains
bul halte«, »ob aine am gute eefraw sey«, usw. Ein schönes Beispiel für
Losbocher ist der Cod. Vindob. S. N. 2652 um 1380, ursprünglich in Schloss
Ambras in Tirol, das in einem seiner Holzdeckel ein grosses Orakel-Zahnrad
besass. Jede der 36 Textseiten weist 2 Spalten zu je 36 Zeilen auf, die zum
Teil scherzhafter Natur sind. |
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