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KREUZWEG

Als Beschwörungsplatz für Dämonen, oft in den Anklagen bei Hexenprozessen erwähnt, bezieht sich nicht auf den Leidensweg Jesu Christi, sondern bedeutet eine Wegkreuzung oder Weggabelung. Hier soll es besonders wirkungsvoll sein, einen Zauberkreis zu ziehen und nach den Anweisungen der Zauberbücher Teufel herbeizurufen, wie schon bei Eligius von Noyon, Pirmin von Reichenau und Burchhard von Worms berichtet wird. An Kreuzungen wurden im frühen Mittelalter auf frischer Tat ertappte Schwerverbrecher, Selbstmörder und Hingerichtete begraben, wohl um ihre ruhelosen Seelen zur Unschlüssigkeit, wohin sie sich wenden sollten, und damit zum Verweilen zu verdammen. Die am Kreuzweg beschworenen dämonische Wesen waren daher wohl ursprünglich Totengeister, die man später als Teufel auffasste. Statt eines Zauberkreises wurde von den Beschwörenden, wie Prozessakten berichten, auch oft eine Rinderhaut auf dem Erdboden ausgebreitet, die der Teufel nicht betreten konnte.

 

 

 

 

 

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