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JOACHIM VON FIORE, Floris, circa 1135-1202 |
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Stifter des Florenser-Ordens, italienischer Bibelkommentator und Geschichtsphilosoph, dessen Schriften zum Teil »durch das Lateranensische Concilium an. 1215 wie auch durch das zu Arles an. 1260 und durch den Pabst Alexandrum IV. verdammet worden«, nach Zedler, obwohl sich Joachim stets bemühte, mit seinen Büchern nicht in Gegensatz zu der kirchlichen Lehrmeinung zu geraten. Joachim wurde in Celico, Kalabrien, geboren, wurde am Hofe des Königs Roger 11. erzogen und machte eine Reise in das heilige Land, wo er sein weltliches Leben aufgab. Um 1160 wurde Joachim Zisterzienser und 1177 Abt des Klosters von Corazzo. In dieser Zeit wurde er als Prophet und heiligmässiger Gelehrter berühmt; er besuchte Herrscher und Päpste, die mit ihm diskutierten. Schon 1188 verliess Joachim sein Kloster und ging in einen öden Landstrich Kalabriens, wo er die Gemeinschaft der Mönche von S. Giovanni in Fiore begründete. Die Regel dieses Florenser-Ordens wurde 1196 von Papst Coelestin 111. approbiert; die Gemeinschaft existierte bis 1633. Joachims Berühmtheit stieg bis zu seinem Tode noch weiter. Von seinen Schriften werden manche als spurios bezeichnet, so seine Kommentare zu den Propheten Jeremias und Jesaias. Authentisch sind u.a. seine »Expositio in Apocalypsin D. Joannis« und das »Psalterium decem chordarum«, 1527. 1937 wurde eine von Joachim oder einem seiner Schüler verfasste Handschrift entdeckt, die Liber figurarum, die möglicherweise Dante beeinflusste. Joachims Geschichtsphilosophie teilt die Menschheits- und Kirchengeschichte in 3 Perioden: die 1. ist die Gottvaters, von der Schöpfung bis Christus Geburt; die 2. jene des Gottessohnes, von der Erlösung bis zum 13.Jahrhundert; die 3. jene des heiligen Geistes, vom 13.Jahrhundert an. Diese Lehre vom endzeitlichen Saeculum des heiligen Geistes beeinflusste unter anderem die Lehren der Rosenkreuzer und lässt sich auch in der »Basilica chymiea« des Crollius nachweisen: » In dem dritten seculo dess heyligen Geistes... [wird] Elias der Artist und Reparator omnium erscheinen...«. Diese Geschichtsauffassung und die wahrscheinlich unechten »Commentarii in Cyrilli Revelationes, in Erithream et Merlinum« trugen Joachim den Ruf eines erleuchteten Propheten ein, der in volkstümlichen Wahrsagebüchern fortlebt. Viel beachtet wurde Joachims Prophezeihung für das Jahr 1260, in das er die Bekehrung der Juden und Sarazenen verlegte; Joachims Traktat über die Dreifaltigkeit, gegen Petrus Lombardus gerichtet, der dem Verfasser Schwierigkeiten mit der kirchlichen Autorität eintrug, ist nicht erhalten |
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