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Jean de Meung de Meun,
nach einem körperlichen Gebrechen auch Jean Clopinel, das heisst »der Hinker«
genannt, circa 1240 - circa 1305
War einer der bedeutendsten Dichter seiner Zeit, der auch die Briefe des
Abälard sowie die »Consolatio philosophiae« des Boethius 480-525 ins
Französische übersetzte. Seine bedeutendste Leistung ist die Fortsetzung des
Rosenromans, den Guillaume de Lorris um 1230 begonnen, aber als Fragment
hinterlassen hatte. Im Hinblick auf den sich im Mittelalter herausbildenden
Hexenglauben ist eine Stelle des »Roman de la Rose« von Interesse, die der
Ansicht Ausdruck verleiht, ein Drittel der Bevölkerung Frankreichs bestünde
aus »Lamien« oder »Mascae«, die nächtliche Luftfahrten durchführten und
Untaten verübten.
Jean de Meung gilt auch als Autor eines oft zitierten Traktates mit dem
Titel »Remon(s)trances de la Nature ä I'Alchimiste errant«, der unter dem »Mesung«,
»Messung« und ähnliches verschriebenen Namen in Sammlungen wie in das
Musaeum Hermeticum aufgenommen wurde. Es handelt sich um einen Dialog
zwischen der Natur und dem Alchemisten, der die Vorschriften der alten Texte
bloss materiell-mechanisch ausführen will: »Come Nature se complaint / Et
dit sa douleur et son plaint / A ung sot souffleur sophistique / Qui n'use
que d'art mechanique...« In der 1619 veröffentl. deutsche Ausgabe des
Traktates »Hydrolithus Sophicus«, Wasserstein der Weisen, ist auch dieser
Dialog übersetzt: Ach rede mit dssr phantastischem Narren, der du dich einen
alchymistischen Practicanten neunest, und hast doch weder Kunst noch rechte
Materie, weder Theoriam, noch Wissenschaft, oder meiner Erkenntniss. Du
grober Esel, brichst Gläser und brennest Kohlen, das dich der Dampf im Kopf
toll machet« usw. Die traditionelle Zuweisung der Autorschaft der »Remonstrances«
an Jean de Meung wird in neuerer Zeit bestritten, der darauf hinweist, dass
der Traktat 1516 von Jean Perreal verfasst worden sei. |