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HOROSKOP, vom griechischen horoskopos, die Stunde anzeigend

Im engeren Sinne der Aufgangspunkt im Augenblick der Geburt eines Menschen, üblicherweise als Aszendent bezeichnet; meist jedoch das sogenannte Radixhoroskop. Die in die Rekonstruktion des Standes der Planeten, ihrer Positionen in den Zeichen des Zodiakus und »Häusern« im Augenblick der Geburt eines Menschen, die nach Ansicht der astrologischen Lehre die Grundtendenz des nachfolgenden Lebens bestimmen oder wenigstens andeuten. Dabei ist die Grundannahme, dass der Mensch im Augenblick der Geburt erstmalig mit den Kräften des Kosmos als selbständiges Wesen konfrontiert wird und daher die Gesamtkonstellation der Gestirne gerade dann entscheidend ist. Seltener wird der Augenblick der Empfängnis beachtet.
Der Planet, der im Augenblick der Geburt dem Aufangspunkt der Ekliptik am nächsten steht, wurde meist als »Regent« bezeichnet. Die Regeln verlangten, neben diesem Punkt auch den Kulminationspunkt der Ekliptik, den unter dem Horizont gelegenen Gegenpunkt und den Gegenpunkt des Aufgangspunktes, Occasus und ihre Planetenbesetzung bzw. Aspektierung zu beachten. Ein vollständig mit allen Feinheiten ausgearbeitetes Horoskop erforderte langwierige Berechnungen und seine Erstellung war in früheren Jahrhunderten Hauptarbeit des »Astronomus« oder Hof-Sternkundigen. Viele Horoskope stammen von Tycho de Brahe, Kepler und Morinus. Die 1551 erschienene Ausgabe der Schriften des Firmicus Maternus enthalten auch das »Mundi Thema«, die in das Horoskop bei der Erschaffung der Welt nach dem biblischen Schöpfungsdatum. Die astrologische Lehre vom Horoskop wird, im Gegensatz zu anderen Themenkreisen wie etwa Mundanastrologie, auch als »Genethlialogie« bezeichnet. »Die Frage nach dem Horoskop eines einzelnen Menschen ist für unsere Zeit und bürgerliche Welt charakteristisch. Im Zweistromlande forschte man an Neujahr nur des Königs Zukunft nach, weil die die Zukunft des Landes war. Die griechische Welt frug nach den Städten, ihren öffentlichen Dingen. Die H.e einzelner privater kleiner Leute folgten erst recht spät. Erst das verbürgerlichte Rom der Kaiserzeit betonte das genethliakische Horoskop, und heute steht es in allen astrologischen Arbeiten ganz im Vordergrund«.

 

 

 

 

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