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Alchemie, Geheimlehren, Mantik, Sterndeutung, Zauberkunst
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HIMMELTAU, latein ros coelestis

In der Alchemie nicht seltener Deckname für das »mercurialische Prinzip«, für das Flüchtige und Geistige in der Natur. Im Mutus liber wird die , Materia prima dem Himmeltau gleichgesetzt, indem ein Bild das Einsammeln von Tau durch den Adepten und seine »soror mystica« zeigt, woraus dann der Stein der Weisen bereitet wird. »Wenn man Gold Blättlein in May-Thau wirft«, heisst es in Zedlers Lexikon, »so sollen sich selbige in der Digestion auflösen. Wenn der Thau durch ein Filtrum coliret wird, so setzt sich am Boden eine Materie, so weiss als Schnee, die das Hertz sonderlich stärcket. Mathesius in Sarepta Concion.111 will, dass, wenn ein Ducaten mit Mayen Thau oder Regen Wasser etliche mahl befeuchtet, und dann in der Sonne getrocknet, oder in der Erde verdecket werde, selbiger ein grösser Gewichte daher bekomme. Etliche wollen auch aus dem Thau und Manna ein vortreffliches Menstruum zur Ausziehung des Goldes und der Corallen Tinctur zubereiten.« »Ketmia Vere« schreibt in seinem »Compass der Weisen«, Berlin 1782, der »Mayenthau wäre eine recht wunderwürdige Sache, und mit dem allgemeinen Salze der Natur, welches ein allgemein wirkendes ist, in der Zusammensetzung und Auflösung reichlich geschwängert. Nichts desto weniger sind derselben Essenzen in dem lockern und flüssigen Gehäuse derstalt auseinander gedehnet, dass es schwer hält, solche zu sammeln«. Zumindest sehr häufig scheint unter dem Himmeltau nicht der Tau selbst, sondern die unter der Volksbezeichnung Sternschnuppen verstandene Algengallerte verstanden worden zu sein. Häufig wird die Tau-Metapher zur Sprache gebracht in den Schriften »des Grafen Francisci Onuphrii de Marsciano«, in »Hermetisches A.B.C.. .. vom Stein der Weisen«, Berlin 1779: »Es ist wahrhaftig unser Thauwasser zusammen gesetzt aus gemeldten himmlischen Dämpfen, durch die Verdickung seiner Natur, welche kommt in vorgemeldte Dünste der 4 Elemente... Also ist unsere Materie unser Thauwasser, fett lüftig und schwer, auch über die Erde fliessend zu finden... Nicht der gemeine Thau, welcher den Geist nicht hat,... sondern ein ander thauiges allgemeines Subjectum, das unmittelbar aus einem himmlischen Erzgewächs kommt, und mittelbar aus den Thieren und Pflanzen, wie die Seide aus den Raupen hervor kommt: es ist himmlisch und irdisch, flüssig und fest, weiss und rothlich, leicht und schwer, süss und bitter, und alles vorgenannte.« In der religiösen Symbolik steht Himmeltau oft für die Gnadengaben des heiligen Geistes, die das Verdorrte beleben und erquicken.

 

 

 

 

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