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FREISCHÜTZ

Durch die Oper von C.M.v.Weber 1821 bekannt gewordene Vorstellung des Jägeraberglaubens. Das Wort bezeichnet einen Schützen, der über magisch beeinflusste Kugeln, sogenannte Freikugeln, verfügt, die ihm nach einer Beschwörung der Teufel unter der Bedingung verschafft haben soll, dass 6 von 7 unfehlbar treffen, während die letzte der Satan bzw. einer seiner Dämonen lenkt. Diese Vorstellung taucht bereits im 16. Kapitel des Malleus maleficarum auf: Zauberer »schiessen an einem Karfreitag während der Messe nach einem Kruzifix wie nach einer Scheibe. So viele Schüsse das Kruzifix treffen, so viele Freischüsse haben sie jeden Tag und können damit ihre Feinde treffen und töten, ohne dieselben zu sehen, indem der Teufel Kugeln in deren Herzen führt, selbst wenn sie sich in geschlossenen Räumen befinden« so Kiesewetter. Es soll so geschickte Freischützen gegeben haben, dass sie mit einem Armbrustbolzen oder einer Kanonenkugel einen Pfennig von einem Barett schiessen konnten, ohne dessen Träger zu verletzen. Auch Wilhelm Tell wird von Fischart, dem Übersetzer von Bodins »Demonomanie«, des Freischützentums verdächtigt. In der Diözese Konstanz wurde, dem Malleus zufolge, ein Armbrust-Freischütze wunderbar festgebannt, während das von ihm getroffene Kruzifix blutete, damit hatte er die Todesstrafe verdient. Auch in Jagdbüchern der neueren Zeit spielt die Vorstellung der vom Teufel ins Ziel gelenkten Kugeln eine Rolle, besonders im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Fall von Eentum, der sich 1710 in Böhmen ereignet haben soll, wird in dem Periodikum »Monatliche Unterredungen von dem Reiche der Geister«, hergestellt von S.B. Walther, Leipzig 1730 geschildert, und dieser Bericht ist wohl das Vorbild einer Erzählung in dem einst viel gelesenen »Gespensterbuch« von J.A. Apel und Freischütz Laun, die Freischütz Kind, der Librettist Webers, als Vorbild verwendete. Während die Anfertigung der »Freikugeln«, mit Hilfe blasphemischer Riten und Beschwörung des Teufels, zu den unzulässigen Schützenkünsten gezählt wurde, galt die Herstellung von »sympathetischen Kugeln« als zulässig.

 

 

 

 

 

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