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FLAMEL (Flamellus), Nicolas, circa 1330-1418

Berühmter französischer Alchemist, der auch als Kalligraph, Maler, Poet, Schriftsteller und Handschriften, vielleicht auch Immobilien-Händler bedeutsam war, stammte aus Pontoise und lebte in Paris. Flamel will 1357 eine Art von Rinden-Codex mit dem Titel »Habraham, Juif, Prince, Pretre, Levite, Astrologue & Philosophe; ä la Nation des Juifs que l'ire de Dieu a disperse dans les Gaules«, etc., der aus 3 x 7 Blättern bestand, erworben haben. Darauf seien in allegorischen Figuren die Stufen bei der Herstellung des Steines der Weisen und der Transmutation der Metalle beschrieben gewesen. Nach einer Wallfahrt nach Santiago de Compostela soll Flamel ein jüdischer Gelehrter den Schlüssel für die Deutung der Blätter geliefert haben. Am 17. Jänner 1382, »einem Montag«, der Tag war in Wahrheit ein Freitag, soll Flamel in Anwesenheit seiner Frau Perenelle eine Transmutation eines halben Pfunds Quecksilber in Silber gelungen sein, am 25. April 1382 die »Gold-Synthese«. Flamel war in den folgenden Jahren tatsächlich sehr wohlhabend und vermachte testamentarisch Pariser Kirchen, die nach seiner Anweisung mit Allegorien geschmückt wurden, beträchtliche Summen. Flamel war der einzige Alchemist, der es tatsächlich zu Reichtum brachte. Allerdings wurde bald die Meinung laut, der Codex wäre in Wahrheit ein Wegweiser zu den vergrabenen Schätzen der aus Frankreich vertriebenen Juden gewesen; in diesem Sinne auch Zedlers Lexikon: »Einige sagen, dass er dadurch [mit Hilfe der Alchemie] über 150.000 Thaler gewonnen; andere hingegen behaupten, dass er diesen unglaublichen Reichthum durch den Juden Raub, und Königliche Gelder, die er unter den Händen hatte, an sich gebracht, nachgehends aber aus Sorge... sich gestellet, als hätte er dieses alles durch die Alchemie erworben«.
Jacques Gohorry, Autor des »Discours... sur les secrets de I'Art Chirnique«, Paris 1575, gab 1561 drei Bücher unter dem Titel »Transformation M&allique« heraus: »La Fontaine des amoureux de la Science« des Jean de la Fontaine, »Remonstrances de la Nature ä l Alchimiste errant« des Jean de Meung und das »Sommaire Philosophique« des Nicolas Flamel Dieses Buch wurde mehrmals auf gelegt, in die »Bibliotheque des Philosophes« von Salmon und Mauguin, in die Ausgabe des »Roman de la Rose« von Lenglet, in die Sammlung von Manget und in das Musaeum hermeticum aufgenommen, lateinischer Titel der Schrift von Flamel: »Summarium philosophicum«. Die Geschichte des Flamel ist auch in den »Trois Traictez de la Philosophie Naturelle« des Pierre Arnauld enthalten (1612, 1659, 1682). Über die übrigen Flamel zugeschriebenen oder unter seinem Namen verfassten Schriften. Ein Buch mit dem Titel »Nicolas Flamel, his explanation of the hieroglyphicall figures« etc. von Eirenaeus Orandus erschien in London 1624. Mehrere Seiten aus dem Ms. Fran;ais 14765 der Bibliotheque Nationale Paris sind reproduziert bei Burland 1967. Illustrationen aus der deutschen Ausgabe, hergestellt von D. Johann Lange bei Ploss et al., München 1970.
Familie des Feindes solle von Unglück verfolgt, seine Ernte durch Hagel zerstört oder sein Haus vom Blitz getroffen werden. Es gibt sogar Listen aller Gliedmassen und Organe vom Scheitel bis zur Sohle, die von den Flachdämonen getroffen werden sollen. Eingeritzte primitive Zeichnungen sollen die magische Wirksamkeit erhöhen: etwa die Darstellung eines gefesselten Hahnes mit dem Text »Wie dieser Hahn an Füssen, Krallen und Kopf gebunden ist, so bindet die Füsse, Hände, den Kopf und das Herz des Wagenlenkers Biktorikos«. Das Aussenden derartiger Flüche war sehr verpönt und schon im römischen Zwölftafelgesetz mit Strafen bedroht. Gewisse Formen des Maleficiums in Mittelalter und Neuzeit scheinen die Ansicht von der Wirkungsweise der Flamel noch lange fortzusetzen. Ihr ursprünglicher Sinn ist aber nicht jener der direkten Übermittlung eines Fluches, sondern die Hinterlegung einer Anklage gegen einen Menschen vor den Unterirdischen, die ihn dann zur Strafe vernichten sollten.

 

 

 

 

 

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