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FIRMICUS MATERNUS, Iulius

Lateinischer Schriftsteller des 4.Jahrhunderts nach Christus, aus Sizilien gebürtig, schrieb zwischen 335 und 350 nach Christus seine »VIII libros matheseos de vi et potestatibus stellarum ex Aegyptiorum et Babylonicorum doctrina«, meist kurz »Astronomicorum libri VIII« genannt. Darin wird eine Theorie des Neuplatonismus im Sinne der Astrologie dargeboten. Während das 1. Buch sich mit den theoretischen Fragen auseinandersetzt, befassen sich die 7 anderen mit Bedeutung und Wirkung der 7 Planeten, den »Vorstehern der allerheiligsten Religion«. »Der Astrologe«, heisst es etwa, »ist ein Hohepriester des Sonnengottes, der Mondgöttin und der anderen Gestirngötter. Wer sich der Religion der Sterne weiht, muss rein und unbescholten sein wer reinen Herzens und in die Geheimnisse der Sternenwelt eingedrungen ist, vereinigt sich selbst mit den Göttern des nächtlichen Himmels«. Diese Schrift ist in den »Astronomici veteres« Venedig 1499 enthalten; Zedlers Lexikon nennt Ausgabe Venedig 1497 und 1501. Die bekanntesten sind jene von Bruckner, mit guten Holzschnitten.
Von einem spätantiken Autor namens Firmicus Maternus kennen wir auch eine scharfe Polemik gegen das Heidentum und seine Mysterien unter dem Titel »De errore profanum religionum«, geschrieben um 345 nach Christus. Die von den meisten Historikern vertretene Ansicht, sie stamme vom gleichen Verfasser wie die »Mathesis«, würde eine Bekehrung des Neuplatonikers zum Christentum voraussetzen. Die christliche Apologie »De errore« ist trotz ihrer polemischen Grundhaltung als Quelle über das Mysterienwesen und Geheimkulte in der Spätantike von Interesse.
Im Tusculum-Lexikon griechischer und lateinischer Autoren wird der Autor der »Mathesis« als ein Verfasser »mit geringen Fachkenntnissen, aber wichtigen kulturhistor. Nachrichten, namentlich über die Berufsbezeichnungen jener Zeit« charakterisiert. »Der Widerstreit von Schicksal und Freiheit wird nach der stoischen Theorie gelöst«.

 

 

 

 

 

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