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FICINO, Marsiglio (Ficinus, Marsilius) |
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Bedeutender italienischer Philosoph und Philologe, geboren 1433 zu Florenz, gestorben 1499. Cosimo de Medici d.Ä. sorgte für Ficinos Ausbildung. Der Gelehrte wurde 1462 zum Haupt der »Platonischen Akademie«, die 1459 gegründet worden war. Seine Übersetzungen spätantiker Autoren führten ihn zu einer intensiven Beschäftigung mit dem neuplatonischen Gedankengut und damit zu dem Versuch einer Synthese dieser Ideenwelt mit der christlichen Theologie, was sich unter anderem in der »Occulta Philosophia« des Agrippa von Nettesheim auswirkte, die jenes Streben fortsetzt. Von grosser Bedeutung ist unter anderem Ficinos Werk »De vita coelitus comparanda Libri Tres«, 1489, das sich mit Astrologie, »Die Sterne beeinflussen nicht unseren Willen, aber unsere Körper«, und Medizin befasst und zum Beispiel über Talismane und Characteres interessante Gedanken enthält so etwa: die magische Kraft stecke weniger in den Zeichen als in der sie tragenden Materie, am meisten aber in dem Glauben an ihre Wirksamkeit, des weiteren »Liber de Christina Religione«, 1474, und in philosophischer Hinsicht »Theologia Platonica«, 1474. Im 19.Jahruhundert war die geistesgeschichtliche Bedeutung des Ficino fast vergessen, und die Ausgabe seiner Werke aus dem Jahr 1576 blieb lange ohne Nachfolge. Erst in neuerer Zeit befasste sich P.O. Kristeller ernsthaft mit Ficinos und gab 1937 ein »Supplementum Ficinianum« heraus. |
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