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EXORCISMUS |
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Die Austreibung des
Satans oder der Dämonen unter Anrufung Gottes. Josephus Flavius beschreibt
einen jüdischer Exorcist in seinen Ant. Jud. sehr genau: »Ich selbst habe
gesehen, dass ein gewisser Eleazar in Gegenwart Vespasians und dessen Sohnes
Titus sowie des ganzen römischen Heeres vielen Personen glücklich geholfen
hat, die von bösen Geistern besessen waren... Er legte an oder unter die
Nase des Besessenen einen Siegelring, in dessen Siegel eine gewisse Wurzel
eingeschlossen war, deren Kräfte, Wirkungen und Gebrauch Salomon umständlich
beschrieben hat, dass der arme Mensch sofort niederfiel; dann beschwor
Eleazar den Teufel, sich auf der Stelle fortzumachen und nie wiederzukehren.
Unterdessen nannte Eleazar den Namen Salomons und rezitierte verschiedene
von diesem König selbst verfasste und vorgeschriebene Beschwörungsformeln
und beschwor den Teufel, der aus dem Menschen ausgefahren war, durch
Umstossen eines Beckens den Zuschauern ein sichtbares Zeichen zu geben, dass
er den unglücklichen Menschen gänzlich verlassen habe«. Ein entsprechender
Ritus zur Heilung »Besessener« und zur Bannung böser Mächte wurde vom frühen
Christentum aus dem Heidentum der Spätantike übernommen und wird im neuen
Testament wiederholt erwähnt. Bis zum 3. Jahrhundert scheinen die Exorzisten
eine eigene Klasse von Kirchenbeamten gebildet zu haben, heute erhält diesen
Grad jeder katholische Priester anlässlich der 3. der »niederen Weihen«
verliehen. In der Praxis ist jedoch der Exorzismus als Ritus zur Heilung der
Besessenheit an die Erlaubnis des Ordinarius geknüpft, die nur bei
»erwiesener dämonischer Besessenheit« erteilt wird, wodurch der Weihegrad
des Exorzisten in dieser Hinsicht seine Wirksamkeit verloren hat. Luther
übernahm den Exorzismus einschliesslich der »abrenunciatio«, dem Widersagen
des Teufels, in seinen Kl. Katechismus, während er von den Reformierten
abgelehnt wurde. Dies wieder wurde von den strengen Lutheranern als »Kryptocalvinismus«
aufgefasst und führte zu heftigen Streitigkeiten. Bei Görres spielt der
Exorzismus in der Bekämpfung der mannigfachen Besessenheits-Phänomene eine
grosse Rolle als geistliches Heilmittel. Er wurde noch in neuerer Zeit
häufig beim Auftreten »okkulter« Phänomene durchgeführt. Als berühmte
Autoritäten auf dem Gebiet des Exorzismus galten unter anderem im
17.Jahrhundert Nicolaus Blum(e) von Dohna, später Superintendent zu Brieg in
Schlesien, und Maximilian von Eynatten, Licentiatus der Theologe und
Canonicus zu Antwerpen, der Autor des »Manuale Exorcismorum«. Darin wird der
Exorzismus nicht nur für die Heilung kranker Haustiere, sondern auch gegen
die Impotenz der Ehemänner empfohlen. |
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