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ENGEL, der Bote Gottes, lateinisch angelus von griechisch angelos, Übersetzung des hehräischen malach oder maleach, das heisst Botschafter, Verkünder |
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Die Engel wurden im alten Testament als »Söhne Gottes, nie Schlafende, Lebendige, feurige Steine, Morgensterne, Augen Gottes, Feuerfackeln, starke Helden« und dergleichen bezeichnet. Obwohl sie immer als der Gottheit nahestehende übernatürliche Wesen aufgefasst wurden, bildete sich seit der Epoche des Neuplatonismus in der Spätantike die Bestrebung heraus, sie durch »weisse Magie« zu beeinflussen und in den Dienst kundiger Beschwörer zu stellen. St. Augustinus weist in seinen »Confessiones« mit Nachdruck auf die Gefahr hin, dass sich anstelle der von den neuplatonischen Theurgen beschworenen Engel trügerische Dämonen einstellen: sie lockten »mit ihrem Stolz sich verbündende 'Machthaber dieses Luftkreises 'herbei, mit dem Erfolg, dass sie von ihnen durch magische Mittel betrogen wurden, während sie doch nach dem Mittler suchten, der sie reinigen sollte; der Gerufene aber war es nicht. Es war der 'Teufel in Gestalt eines Lichtengels'. Und dass der Verbündete nicht körperlicher Natur war, schmeichelte gewaltig dem Hochmut des Fleisches«. Die im neuen Testament nur angedeutete und in der Patristik konsequent ausgearbeitete Gliederung der Engel in 9 »Chöre« oder Hierarchien, in Seraphim, Cherubim, Throni, Dominationes, Principatus, Potestates, Virtutes, Archangeli, Angeli, wobei die Rangordnung oft abweichend angegeben wird, war schon im frühesten Mittelalter, noch mehr aber in neuerer Zeit oft Gegenstand magisch-theologischer Spekulationen und wurde von den »Theosophen« mit dem Bau des Kosmos und seiner Sphären-Gliederung in Verbindung gebracht. Sie geht hauptsächlich auf Dionysius Areopagita, einen syrischen Autor des 5.Jahrhunderts, zurück. In der »Occulta Philosophia« des Agrippa von Nettesheim wird beschrieben, wie der Magier die geheimen Namen der Engel erfahren könne: Wenn man die Verse 19-21 von Kapitel 14, zu Buch Mosis, in je einer Linie aufschreibt, so bilden je 3 untereinander stehende Buchstaben mit der hinzugefügten Endsilbe »-EL« oder »JAH« 72 Engelnamen zum Beispiel Vehujah, Jeliel, Sitael, Elemjah und andere. Diese als »Schemhamphorasch« bezeichneten Namen spielten in der Magie der Beschwörung eine grosse Rolle und tauchen oft in Zauberbüchern auf. Obwohl dort gesagt wird, man dürfe diese Namen nur »mit Furcht und Zittern« artikulieren, lässt die theurgische Vorgangsweise, die Engel nicht um Hilfe bitten, sondern sie durch magischen Zwang zur Hilfe zu bewegen, eine Unterscheidung von religiöser und magischer Einstellung zu. Die 72 Namen werden in der neueren okkultistischen Literatur auch als die »72 Gottesnamen der Kabbala« oder als Namen von »kosmischen Genien« bezeichnet. |
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