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ARNALDUS VILLANOVANUS, auch Arnold von Villanova eigentlich Arnoldo Bachuone, 1235 oder 1240-1311

Bedeutender Arzt, Philosoph und Alchemist des Mittelalters, wurde im katalanischem Villanova geboren, obwohl er häufig als Franzose bezeichnet wird, da man früher Villeneuve bei Montpellier für seinen Geburtsort hielt; so etwa bei Michael Maier, Symbola aureae mensae, Frank, studierte in Barcelona, Neapel und Montpellier und war vorwiegend als Arzt, daneben auch als Theologe tätig, dessen Predigten den portugiesischen König Jakob Il. und den aragonischen König von Sizilien Friedrich 11., sehr beeindruckt haben sollen. Reisen führten ihn nach Frankreich, Spanien, Italien und wahrscheinlich auch nach Nordafrika. Am päpstliche Hof soll Arnaldus Villanovanus vor Bonifatius VII. alchemistische Experimente durchgeführt und dabei »goldene Stäbe« produziert haben, wie der Theologe und Kanonist Johannes Andreae berichtet. Als Alchemist bildet Arnaldus die Theorien Gebers weiter; er ist der erste, der deutlich über die Bereitung des Elixirs aus dem Stein der Weisen schreibt, Rosarium philosophorum, Novum lumen chymicum, Flos florum. Seine philosophischen Schriften hingegen brachten Arnaldus wiederholt in Schwierigkeiten mit der Inquisition; sein Buch »Tetragrammaton« über den heiligen Namen lässt Anklänge an die Wortmagie der Gnosis erkennen. Interessant sind auch seine sozialreformatorischen Bestrebungen, bei welchen er sich auf direkte Inspiration durch den Erlöser beruft. Als Astrologe sagte er Katastrophen oder gar das Weltende für 1335 oder 1345 voraus. Obwohl seine »Refutatio magorum« die öffentliche Brandmarkung der Zauberer, Wahrsager und Geisterbeschwörer fordert, geriet Arnaldus bald in den Ruf, selbst zu diesen gefährlichen Sektierern zu gehören. Schon 1305 wurden seine Bücher durch die Inquisition verboten, Arnaldus musste seine Thesen vor einem geheimen Konsistorium abschwören. Der Papst riet ihm, sich lieber mit Medizin als mit Theologie zu befassen; Arnaldus gehorchte und konnte Bonifatius VII. mit so grossem Erfolg behandeln, dass er von ihm das Schloss Anagni als Geschenk erhielt. Trotz auch später auftretender Spannungen blieb Arnaldus der nächste Papst, Clemens V., ebenso gewogen. Arnaldus konnte seine Thesen in Avignon verteidigen. Er starb jedoch 1311 nach einem Schiffbruch, dessen Opfer er auf der Reise von Friedrich 11. als Botschafter an Clemens V. geworden war. Am sizilianischen Hofe hatte Arnaldus zuletzt nicht als Arzt, sondern als Traumdeuter gewirkt. Seine medizinischen Bücher trugen dazu bei, dass trotz »gefährlicher« Tendenzen in den philosophischen Werken mehrere Ausgaben seiner »Opera« erschienen, Lyon 1520, »nuperrime revisa« 1532, Basel 1585. Alchemistisches Gedankengut enthält auch sein Buch über die Weine. Ob hingegen die Zuweisung eines Traktates über Siegel, astrologische Talismane an Arnaldus zu Recht besteht, kann nicht mehr geklärt werden. Danach wurden die meisten astrologischen Medaillen der folgenden Jahrhunderte hergestellt; Häufig wird Arnaldus als »Erfinder des Branntweines«, aqua vitae, das heisst, Lebenswasser, bezeichnet. Nach Kiesewetter ist Arnaldus der erste Alchemist, der einen Homunkulus darstellen wollte und dem Stein der Weisen eine medizinische Wirksamkeit zuschreibt. »Jedoch traut er dem alchimistischen Gold nicht die Wirkung zu, die das Mittelalter dem natürlichen zuschrieb.«

 

 

 

 

 

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