eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Alchemie, Geheimlehren, Mantik, Sterndeutung, Zauberkunst
A   BC   DEF   GH   IJK   LM   NOPQR   S   TUVWZ
 

ANTICHRIST, auch Widerchrist, bei Luther Endechrist, in alten Quellen oft Entkrist

Bezeichnet die eschatologische Vorstellung einer Verkörperung des Bösen, eines Gegenbildes des »am Ende der Tage« wiederkehrenden Messias, der knapp vor der zweiten Erscheinung Christi alle dem Christentum feindlich gesinnten Kräfte zum grossen Endkampf sammeln soll. Schon im alten Testament sind derartige Vorstellungen vorweggenommen und treten um die Zeitenwende deutlich in den Vordergrund: so heisst der endzeitliche Widersacher in den Qumran Texten der »Gemeinde vom Toten Meer« Belial, hebräisch belija'al, Bosheit, ein in späterer Zeit oft gebrauchter Dämonenname. Im babylonischen Talmud ist bei Erörterungen der Endzeit von einer dem messianischen Erlösung vorhergehenden Greueln die Rede: »Wenn sie nicht Umkehr tun, werden sie nicht erlöst. Aber der Heilige, gelobt sei er, lässt ihnen einen König erstehen, dessen Verordnungen hart sind wie die Hamans«. Dem frühen Christentum war die Vorstellung einer nahen Endzeit, in der die Bedrängnisse durch böse Mächte einen Höhepunkt erreichen, völlig geläufig und erreichten in der Apokalyptik ihren gültigen Ausdruck. Falsche Erlöser wurden vielfach als Antichrist-Gestalten etikettiert: »Antichrist heist insgemein ein jeglicher falscher Lehrer, der die Kirche Christi zu zerstören suchet. Es war ein solcher 1) Theudas, der vor den Messiam angesehen seyn wolte. 2) Judas aus Galiläa, 3) Simon der Zauberer, 4) Bar Zeh« in Zypern, 5) alle falsche Propheten, Matthäus 24,5 und insonderheit derjenige, der uns 2 Thess.11, der »Mensch der Sünde« und in vielen Orten der Offenbahrung Johannis beschrieben wird«. In der Urkirche wurde oft der römische Kaiser Nero als Antichrist angesehen, später häufig Mohammed und allgemein der Islam, so etwa von Papst Innocentius 111., 1213.
Die Vorstellung vom Wirken des Antichristen in der frühchristlichen Zeit schildert eindrucksvoll Atzberger im Anschluss an St. Irenäus, Bischof von Lyon: »Er wird kommen mit der ganzen Macht des Teufels, nicht als ein gerechter und in Unterwürfigkeit gegen Gott rechtmässiger König, sondern als ein gottloser, ungerechter und ungesetzlicher, als Abtrünniger, Missetäter und Mörder, als ein Räuber, der den ganzen diabolischen Abfall von Gott in sich zusammenfasst. Die Götzenbilder wird er beseitigen, um die Menschen zu überreden, er selbst sei Gott. Vom Antichrist ist ferner gesagt, dass die zehn Könige ihm ihre Macht und Gewalt geben, um mit ihm die Kirche zu verfolgen. Er ist das aus dem Meere aufsteigende Tier der Apokalypse, dessen Zahl 666... Es sei allerdings sicherer und gefahrloser, als herumzurätseln, die Erfüllung der Prophetie abzuwarten ... Nur beispielsweise führt er, Irenäus, solche Namen an: Euanthes, Lateinos, Teitan... Seinen Sitz wird der Antichrist im Tempel zu Jerusalem aufschlagen. Die Zeit seiner Schreckensherrschaft wird drei Jahre und sechs Monate betragen... Wenn so der Antichrist alles in der Welt wird verwüstet haben, so wird der Herr kommen auf den Wolken, in der Herrlichkeit des Vaters und wird ihn und seine Anhänger, sofort, nicht etwa erst beim Endgerichte, in den Feuerpfuhl werfen«. Das Vorkommen der Gestalt des Antichristen in alchemistischen Texten wird von Ganzenmüller 1938, erwähnt, und zwar im »Buch der heiligen Dreifaltigkeit«, wo die Trinität den „Stein der Weisen“ repräsentiert, der Antichrist hingegen die aus unreinen Stoffen hervorgebrachten Fälschungen.
Die Vorstellung des Antichristen spielte im Mittelalter im Zusammenhang mit dualistischem Endkampf-Vorstellungen eine grosse Rolle, etwa im altbayerischem Gedicht »Muspilli«, 9.Jahrhundert, und im »Liber de Antichristo« des Adso v. Toul, l0.Jahrhundert, ebenso in den Liedern der Frau Ava und bei Freidank. Bekannt wurde das in Tegernsee entstandene »Ludus de Antichristo«, 12.Jahrhundert, in dem sich der Antichrist mit zauberischem Blendwerk bemüht, alle Herrscher auf seine Seite zu ziehen. Etwa vom 13.Jahrhundert an wird nicht selten das Papsttum als eine Institution des Antichristen bezeichnet, und zwar von Sektengründern und Reformatoren, so auch in dem lateinischen Drama »Pammachius« des Th. Naogeorgius. Kulturgeschichtlich wertvolle Quellen über die Antichrist-Vorstellung sind unter anderem die Inkunabel »Des Entkrist leben« um 1480, Hartmann Schedels »Weltchronik« 1493, Sebastian Brants »Narrenschiff« 1498 und Sebastian Francks »Chronica, Zeitbuch unnd Geschichtsfibel« etc. 1536, ein Werk, das im Sinne des theosophischen Geschichtsbildes des Autors am Ende eine grosse Vision von der Erhebung des Antichristen vor dem Jüngsten Tage enthält.

 

 

 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik