eso-shopping Partnerprogramm
 
Web sphinx-suche.de
Moviestreaming, filmdownloads etc..  Bücher
Alchemie, Geheimlehren, Mantik, Sterndeutung, Zauberkunst
A   BC   DEF   GH   IJK   LM   NOPQR   S   TUVWZ
 

ALRAUN (m.), auch weiblich, die Alraune, ahd. alruna, -runa wurzelverwandt mit got. runa, Geheimnis

Häufigste Bezeichnung der Radix mandragorae, der Mandragora-Wurzel. Dieser rübenartige, oft gegabelte und verzweigte Wurzelstock erinnert entfernt an die Gestalt eines Menschen, was offenbar die Phantasie der Rhizotomen schon in der Antike bewegte. Schon bei Theophrast ist von gewissen Zeremonien beim Freilegen der Wurzel die Rede, die darauf schliessen lassen, dass man den Alraun als Aphrodisiacum verwendete. Josephus Flavius berichtet in seinem »Bellum Judaicum«, dass sich der Alraun dem Ausgräber zu entziehen sucht und dieser sterben muss. Aus diesem Grunde lässt man die Wurzel von einem Hund aus der Erde ziehen, der dann als »stellvertretendes Opfer« zugrunde geht. Die so gewonnene Wurzel, Baara genannt, vertreibe Dämonen. Ähnliches erzählt Claudius Aelianus, der den Alraun als Heilmittel gegen Epilepsie und Augenkrankheiten beschreibt. Eine schöne spätantike Darstellung des Alrauns ist auf der Widmungsseite des Anicia-Juliana-Codex zu finden. Die Szene beim Ausgraben der Alraun-Wurzel ist unter anderem abgebildet im »Hausbuch der Cerruti«
Der Schrei, den der Alraun ausstösst, wenn man ihn aus der Erde zieht, wird bei Shakespeares Romeo und Julia erwähnt; schon im Mittelalter hiess es, man sollte diesen Schrei durch Trompetenblasen zu übertönen suchen und sich überdies die Ohren verstopfen, um beim Ausgraben der Wurzel nicht Schaden zu erleiden. Dem Volksglauben nach wuchs der Alraun unter dem Galgen, und zwar aus dem Sperma eines gehenkten Diebes. In diesem Sinne berichtet die pseudoparacelsische Schrift »Secretum magicum«, die Alraun-Wurzel sei »gestaltet wie ein Mensch, und dieselbig Wurtz muss man graben, eines Ellenbogen tief unter dem Galgen, mit einem starken Span, von dem Galgen geschnitten... Und du musst den Tag merken, daran der Mensch erhängt ist worden, und das Graben muss geschehen im Jahr darnach, an diesem Tage. Aber nit an der Stunde des Tages, sondern an dieser Stunde der Nacht« .
Der Alraun verschaffte dem Eigentümer nicht nur Liebe, sondern auch Reichtum. Das »Glücksmännlein« oder »Ertmänneken« wurde gelegentlich auch spiritus familiaris genannt; in den deutschen Sagen der Brüder Grimm heisst es, man bewahrte den Alraun in einem verschlossenen Fläschchen, und er liess den Besitzer verborgene Schätze sehen, verschaffte Glück, behütete vor Gefängnis und vor Verwundung. Der Eigentümer müsse aber trachten, seinen Alraune wieder loszuwerden, was nicht leicht sei. Wer ihn bis zum Tode behalte, müsse mit ihm in die Hölle. In diesem Sinne schrieb schon Hildegard von Bingen, die »christliche Sibylle vom Rhein«, in der Alraun-Wurzel wäre der Einfluss des Teufels fühlbarer als in anderen Pflanzen. Sie rege den Menschen im Sinn seiner Wünsche zm Guten oder Bösen an. Im Hexenprozess gegen Jeanne d`Arc, die Jungfrau von Orleans, wurde diese unter anderem auch beschuldigt, eine Alraun-Wurzel bei sich getragen zu haben. Solche »Galgenmännchen« wurden, soweit es sich um aus dem Orient importierte, echte Mandragora-Wurzeln handelte, durch Beschnitzen deutlich menschenähnlich gestaltet und in manchen Gegenden Deutschlands sorgfältig in Kästchen aufbewahrt, bekleidet und gebadet. In Wahrheit handelte es sich bei den von wandernden Salbenkrämern um teures Geld feilgebotenen Alraun-Wurzeln vielfach um Fälschungen. In Zedlers Lexikon liest man: »Was sonsten von der Mandragora oder Alruna, Alreona, Alraun, Alruncke, so die die Landstreicher... zu verkauffen und - Homunculum, Galgenmännlein, Heinztel Männchen, Alraunen Wurtzel, Pisse Dieb, zu nennen pflegen, vorgebracht wird, ist lauter Fabel Werck, weil es nicht Alraun ist, sondern ein gemachtes Bild aus Bryonien Wurtz in warmen Sand gedorret...«
Ein ähnlicher Ersatz für den echten Alraun war häufig die »runde Siegwurz« sowie der unter dem Namen »lange Siegwurz« feilgebotene Allermannsharnisch.
Ausser bei A. v. Arnim findet sich der Glaube an die Wirksamkeit des Alrauns literarisch gestaltet noch bei F. de la Motte-Fouque, schliesslich in dem mehrmals verfilmten Trivialroman »Alraune. Die Geschichte eines lebenden Wesens«, von H. H. Ewers. Zahlreiche Abbidulgen der Alraunen finden sich in alten Kräuterbüchern. Eine andere Art von Alraun beschreibt Agrippa von Nettesheim in der Occulta Philosophia, wonach sich in einem einer Bruthenne untergelegten Ei eine menschenähnliche Gestalt bilden lässt, der »wahre Alraun« der Alten, mit wunderbaren Kräften begabt .

 

 

 

 

Hauptseite

Studienlehrgang über Träume und Traumdeutung

Beste Bücher online einkaufen

Beste Internetadressen   Multimedia   Kunst   Zukunftsdeutung & Astrologie   Esoterik & New Age   Traumdeutung

Magie & Märchen & Mystik   Grenzwissenschaften   Hexenwesen   Dunkles im Netz   Parapsychologie & Okkultismus etc.

         Religion & Spiritualität   Alte Kulturen   UFO`s & Phänomene   Meditation, Licht, Fortleben

Heilmethoden, -therapien, Wellness   Aus-, Weiterbildung & Organisationen

Esoterisch-spirituelle Lexika   Lexikon der Parapsychologie   Lexikon der Esoterik