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AGRIPPA VON NETTESHEIM |
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Eigentlich Henricus ab
Nettesheym, Cornelius Agrippa, wurde am 14. September 1486 zu Köln geboren;
er führte ein wechselvolles und abenteuerliches Leben. Nach Studien in Köln
und Paris diente er von 1501-07 in der Armee Maximilans I., studierte und
lehrte später in Spanien, Italien und Avignon (1509), hielt an der
Universität von Döle, Franche-Comte eine Vorlesung über Reuchlins »De verbo
mirifico«, Kabbala, ging 1510 nach England und zurück nach Köln. Durch
Anfeindungen immer wieder belästigt, zog Agrippa von Nettesheim 1511 nach
Italien, wo er auch an den Kämpfen der Liga teilnahm. Nach dem französischem
Sieg von Marignano verlor er jedoch seinen gesamten Besitz, auch Bücher und
Aufzeichnungen. Nach einem Aufenthalt in Turin wandte sich Agrippa von
Nettesheim nach Metz und arbeitete hier als Advokat, später nach Köln,
Fribourg und Lyon. Ab 1528 wirkte er als Arzt in Antwerpen, ab 1530 als
kaiserlicher Archivar und Historiograph in Mechelen. In dieser Eigenschaft
erhielt er das Patent für seine Bücher »De Occulta Philosophia«, »De
incertitudine et vanitate scientiarum« und andere, die ihm Beifall und
Widerspruch eintrugen. Sein Famulus war W ierus. Agrippa von Nettesheim
starb am 18. Februar 1535 in Grenoble. Er war dreimal verheiratet gewesen
und hinterliess sieben Kinder. Agrippa von Nettesheim, schreibt Kiesewetter,
»teilte das Schicksal seiner Geistesverwandten wie Roger Baco, Paracelsus,
Cardanus, Fludd u.a.m., er wurde für einen Teufelsbündler gehalten. So
berichtet Delrio, Agrippa von Nettesheim habe wie Faust und Paracelsus seine
Zeche mit 'verblendetem Geld` bezahlt, welches sich später in Hornstücke
verwandelte. Ferner habe ein Student in Löwen in Agrippas Abwesenheit in
dessen Studierzimmer den Teufel zitiert und dabei sein Leben verloren. Als
Agrippa von Nettesheim nun heimkam und die Geister auf dem First des Hauses
tanzen sah, habe er einen Teufel in den Leichnam zitiert und ihn auf den
Marktplatz hinabgehen lassen, wo selbst der Geist wieder ausfuhr und der
Student nun, wie vom Schlage getroffen, zusammenstürzte. Paul Jovius
berichtet in seinen 'Elogiis doctorum virorum`, dass ein Familiarteufel
Agrippa von Nettesheim als schwarzer Pudel begleitet habe. Als er im Begriff
war, zu sterben, nahm er dem bösen Geist ein ledernes Halsband mit aus
Nägeln gebildeten nekromantischen Inschriften unter folgendem Ausruf ab:
Packe dich, verwünschte Bestie, die du an meinem ganzen Unglück schuld bist.
Darauf stürzte sich der Geist in die Saone und wurde nicht mehr gesehen.
Agrippass Schüler Johannes Wier gab sich in seinem berühmten Werk 'De
praestigiis daemonum' alle erdenkliche Mühe, seinen Lehrer vom Verdacht der
Teufelszauberei zu reinigen, aber trotzdem wurden alle Fabeln bis tief ins
vorige Jahrhundert allen Ernstes zitiert, und erreichte nur, dass er selbst
argwöhnisch betrachtet wurde.« |
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