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AGATHODALWON, RÄTSEL DES |
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In der Spätantike oft genannte Spruchformel, deren Beantwortung einen geheimen Namen oder ein Zauberwort bilden soll. Sie ist in einer dem »Herrscher Heraklius« gewidmeten alchemistischem Werk enthalten, das einem um 615 in Alexandrien wirkenden Polyhistor namens Stephanos zugeschrieben wird. Dieser steht »auf dem Standpunkte der Metallfärbung und hält mit Arsenik erzeugtes Weisskupfer für Silber, fügt aber in die gleich unverständlich praktischen Vorschriften lange mystische Betrachtungen ein«. In dieser Lehrschrift ist ein etwa aus der Zeit um 300 stammendes Rätsel eingefügt, das so transkribiert und übersetzt wurde: »Buchstaben zähle ich neun. Viersilbig bin ich. Nun erkenn mich/ Welche von dreien zuerst, hat zwei der Buchstaben jede/ Und was übrig die anderen fasst; aber fünfe sind lautlos/ Aber die Summe der Zahlen enthält Achthunderte zweimal/ Dreimal dreissig dazu mit sieben. Und weisst du, wer ich bin/ Dann bist du nicht uneingeweiht in die göttliche Weisheit.« Eine andere Übersetzung ab der 2. Zeile lautet so: »Merk': von den ersten drei Silben hat zwei der Buchstaben jede/ Aber die vierte hat drei. Fünf Buchstaben sind Konsonanten/ Bilde die Summe der Zahlen - du findest zweimal Achthundert/ Dreimal Dreissig dazu und Sieben...« Agathodaimon ist eine in den alexandrinischen Texten oft erwähnte mythische Persönlichkeit, ähnlich wie Hermes Trismegistos, und oft mit Seth, dem Sohn des Adam, identifiziert. Das. Rätsel des Agathodalwon ist im Stil der spätantiken »sibyllinischen Orakel« gehalten; die Beantwortung des Rätsels wurde oft versucht, doch ist nicht sicher, was wirklich gemeint war. Ein Wort, das den genannten Bedingungen entspricht und aus dem Gesichtskreis der hellenistischen Magie stammt, wurde bisher nicht überzeugend nachgewiesen, die vorgeschlagenen Lösungen entsprechen den Bedingungen nur teilweise. Kiesewetter l.c. erwähnt unter den Rätsellösern Gelehrte wie Morhof, Leibniz, Borrichius, Cardanus, Gohory, G.W. Wedel und K.A. Kortüm, den Autor der »Jobsiade«. Die Zahlwerte der griech. Buchstaben, die Basis des Rätsel des Agathodalwon, sind am Ende des z. Bandes angeführt. |
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