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ADAM

Im Alten Testament der erste Mensch. Adam bedeutet Mensch und ursprünglich kein Eigenname im engeren Sinn; Spätantike Schriften aus dem Bereich der -• Gnosis werten die Paradieserzählung der Genesis anders als orthodoxe Quellen. Gott ist dort der eifersüchtige Tyrann, der Adam und Eva den Weg zur Erkenntnis versperren will. »Aber die Schlange als Inkarnation der Weisheit, war klüger als alle Tiere im Paradies«, sie verheisst: »An dem Tag, an dem du von dem Baum issest, der in der Mitte des Paradieses steht, wird das Auge deines Verstandes geöffnet werden«. »Mit der Feststellung, dass das Versprechen der Schlange sich bewahrheitet hat«, »Gottes Androhung eines unmittelbaren Todes aber nicht, fährt der gnostische Autor mit einem Zitat der Worte Gottes aus Genesis 3,22 fort, fügt aber einen redaktionellen Kommentar hinzu: 'Siehe, Adam ist wie einer von uns geworden, der Gut und Böse kennt:. Dann sagte er: 'Wir wollen ihn aus dem Paradies hinauswerfen, damit er nicht von dem Baum des Lebens nimmt, und für immer lebt: Aber von welcher Art ist dieser Gott? Zuerst missgönnt er Adam, dass er essen sollte vom Baum der Erkenntnis... ganz sicher hat er sich selber als arglistiger Neider gezeigt« Die Adam Spekulation der Gnosis steht in engem Zusammenhang mit dem »Anthropos-Mythos«: »Der Körper Adams wird vom Weltenschöpfer und seinen Engeln aus den Elementen geschaffen; da er aber kein richtiges Leben in sich hat, wird er vom höchsten Wesen auf verborgene... Weise mit dem göttlichen Geist, das heisst, der Pneumasubstanz, ausgestattet, die ihn über die Schöpfung erhebt und ihm die Fähigkeit zur Erlösung verleiht.
Die Erlösung besteht in der Erweckung Adams zur Erkenntnis seiner wahren Herkunft und der Niedrigkeit des Weltschöpfers«. Für den Alchemisten ist die »materia adamica« folgerichtig der für die Vergeistigung prädestinierte Urstoff, der in das Lichtreich zurückgeführt werden muss. Die alte Vorstellung, in Adam wäre vor der Erschaffung der Eva das männliche und das weibliche Element als Androgyn vereinigt gewesen, so etwa bei Philo von Alexandria: da der Schöpfergott eine gegensatzlose Einheit ist, ist auch der »nach seinem Ebenbild« geschaffene Adam ursprünglich als mannweibliche Einheit vorzustellen, und er muss die geschlechtliche Zweiheit überwinden, um wieder zur Göttlichkeit aufsteigen zu können; führte zu weitläufigen Spekulationen über die »Zwitternatur« des Grundstoffes bei der Bereitung des Steins der Weisen.
Bei Olympiodoros im 5. Jahrhundert heisst es etwa, Adam, auch »das Rote«, das männliche Sperma oder der Same des Arsens genannt, müsse mit »Eva«, dem Weissen, der Jungfernerde, dem göttlichen Wasser, vereinigt werden, und diese Zeugung bringe Gold hervor. In dem hellenistisch-synkretistischem Henoch-Buch wird berichtet, Adam wäre aus 7 Bestandteilen, den Grundmetallen, Metallbezeichnungen gebildet und mit 7 Naturen, Eigenschaften ausgestattet gewesen. In Zedlers Lexikon heisst es, »was man sonsten von ihm erzehlet, ... ist offenbahrlich fabelhaft und ungereimt. Also weiss man von seiner sonderbaren Leibesschönheit und grosser Wissenschafft zu sagen, wobey einige des Engel Raziel vor seinen Lehrmeister ausgeben, ihm auch ein und andere Schrifften, als ein Buch von denen Namen derer Thiere, eine Apocalypsin, den 92. und andere Psalmen, das Cabbalistische Buch Raziel, das Buch Jezira, imgleichen eines von der Alchymie, und noch andere mehr andichten.« Darauf nimmt der Kapuziner Martin von Cochem in seinem christl. Hausbuch »Das grosse Leben Christi« Bezug: Adam sei »auch der erste gewesen, welcher die Buchstaben und das schreiben hat erdacht, und welcher die ersten Bücher hat geschriben auf die häut der thieren... In disen seinen Büchern waren vile Geistliche lehren und gebott Gott zu dienen, wie auch vile weissagungen, was künfftiger zeit geschehen solte«. Dornseiff erwähnt die islamische Tradition, derzufolge Gott selbst die Buchstaben schuf und sie dem Adam als ein Geheimnis kundtat, das er keinem der Engel offenbarte. - Einem Vers der Sibyllinischen Orakel wurde die Auslegung unterschoben, die Buchstaben des Namens Adam symbolisierten die 4 Winde, eine Vorstellung, die auch die Architektur-Theorie einging. Bei Zosimos ist Adam als 'protos anthropos' identisch mit Thoth-Hermes.

 

 

 

 

 

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