| Zschokke, Heinrich |
| Aus Magdeburg stammender schweizerischer Schriftsteller und Politiker, der aus eigenem Erleben parapsychische Erscheinungen kannte. Kleist, der im Käthchen von Heilbronn (1808) paranormale Manifestationen auf die Bühne brachte, wurde vielleicht durch seine Begegnung mit Zschokke dazu angeregt. In seiner Selbstschau (1842) berichtet Zschokke: Es begegnete mir zuweilen, beim einmaligen Zusammentreffen mit einer Person, wenn ich schweigend ihre Reden hörte, dass dann ihr bisheriges Leben mit vielen kleinen Einzelheiten darin, oft nur diese oder jene besondere Szene daraus, traumhaft und doch klar an mir vorüberging, ganz unwillkürlich und oft im Zeitraum weniger Minuten. Währenddessen ist mir gewöhnlich, als wäre ich in das Bild des fremden Lebens so völlig versunken, dass ich zuletzt weder das Gesicht des Unbekannten, in welchem ich absichtslos las, deutlich mehr sehe, noch die Stimme des Sprechenden verständlich höre. So sass Zschokke einmal mit Fremden im Wirtshaus und erzählte einem von ihnen auf dessen Bitte hin einiges aus dessen Vergangenheit, unter anderem auch eine von ihm begangene kleine Sünde an der Kasse seines Prinzipals. Ich beschrieb ihm dabei das unbewohnte Zimmer mit geweissten Wänden, wo, rechts der braunen Tür, auf einem Tische der schwarze Geldkasten gestanden usw. |
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