| Zoanthropie |
| Bezeichnung für ein besonderes Mensch-Tier-Verhältnis. Meist meint Zoanthropie die (vorübergehende) Verwandlung eines Menschen in ein Tier, wie sie im europäischen Volksglauben und auch bei Naturvölkern für möglich gehalten wird. Sie kann aber auch eine Art spirituelle Identität zwischen bestimmten Tieren und Menschen bezeichnen. Vor allem letztere Bedeutung ist parapsychologisch interessant: die Zoanthropie als Sonderform der Bilokation, bei der der Agent psychische Inhalte in Tiergestalt anderen wahrnehmbar exteriorisiert. Zahlreiche europäische Volkssagen erzählen von Hexen, die in Katzengestalt spukten und als Plagegeister auftraten, und gerade mit der Katze, dem Tier der germanischen Göttin Freya (christlich bedingte Assoziation: weiblich-heidnisch), sind verschiedene Volksbräuche verknüpft. Vermutlich müssen 2 Vorstellungskomplexe unterschieden werden: die tierdämonische Besessenheit und der Gedanke des Seelentiers (die Seele des Verstorbenen wird zu einem Vogel, einem Insekt oder auch einem Säuger: Die dem Tier zuteil werdende Behandlung wird in Wahrheit den Ahnen zuteil). Madame MichaeI Bouissou (geboren 1900), ein Pariser Medium, berichtet von einem schwarzmagischen zoanthropischen Zauber, dessen Opfer sie sein sollte - vielleicht ein mentalsuggestiv provozierter Spuk, bei dem offen bleibt, ob es sich um eine reine Halluzination handelt oder ob an ein materielles Substrat zu denken ist, und bei dem bemerkenswerterweise auch ein Tier Perzipient war. Die Vorgänge wiederholten sich mehrmals: Wie ich in jenen Nächten jeweils plötzlich erwachte, hörte ich erst unten im Studio und dann auf den wenigen Stufen, die zu mir heraufführten, leise, tappende Schrittchen. Erst dachte ich mir, meine Katze hätte vielleicht einen kleinen nächtlichen Spaziergang unternommen und kehrt wieder in ihr, vielmehr in mein Bett zurück. Das leise Tappen kam näher, und plötzlich fühlte ich, wie eine Katze auf meine Decke sprang und sofort wieder vom Bett herunterfiel. Im gleichen Augenblick hörte ich neben meinem Kopfe das Fauchen eines erschrockenen Tieres. Ich griff mit der Hand nach der Seite und berührte das seidene Fell meiner kleinen Katze ... Ich machte Licht. Doch ich sah nichts ... Als ich mich umwandte, entdeckte ich, wie meiner Katze die Haare zu Berge standen. Mit ihren schwefelgelben Augen verfolgte sie etwas, das für mich unsichtbar sein musste. Ich hörte nur ihr schweres, böses Knurren ... In der dritten Nacht aber bekam auch ich es mit der Angst zu tun: Das arme Tier zitterte und geiferte mit aufgeworfenen Lefzen, als hätte man ihm Gift gegeben. Über dem hochgekrümmten Rücken standen ihm wieder die Haare zu Berg, aber auf den Seiten fielen sie ihm schlaff herab, als wäre es krank ... Später bekannte eine Nachbarin, eine professionelle Kartenschlägerin, dass sie den Spuk produziert habe. |
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