| Xenoglossie |
| Sprechen, aber auch Verstehen, Lesen, Schreiben einer Sprache, die man nicht erlernt hat. Die von Medien erfundenen Sprachen gehören nicht dazu. Manche Autoren unterscheiden noch zwischen Xenoglossie, dem Schreiben in fremden Sprachen, und Xenoglossolalie, dem Sprechen von Fremdsprachen. Der biblische Pfingstbericht (Apg. 2, 4) bezeugt Xenoglossie, und in der Hagiographie werden viele Fälle überliefert. Laut katholischer Lehre kann sie auch ein Zeichen von Besessenheit sein. In neuerer Zeit wurde unter anderem der Fall der Laura Edmonds bekannt: Miss Edmonds, Tochter eines Senatspräsidenten in New York, sprach nur Englisch, in der Schule hatte sie noch einige französische Vokabeln gelernt. Bei einer Abendgesellschaft, 1859, wurde ihr ein Grieche vorgestellt. Sie unterhielt sich mit ihm länger als eine Stunde auf Neugriechisch angeblich sprach aus ihr ein Landsmann und Freund des Gastes und teilte ihm mit, soeben sei sein Sohn in Griechenland gestorben, was sich nachträglich als wahr erwies. Aus der gleichen Zeit wird von einer Mrs. Young aus Chicago, Arbeiterin mit Volksschulbildung, berichtet, dass sie gelegentlich Deutsch, Spanisch und Italienisch sprach. Von Mrs. Wriedt, einem amerikanischen professionellen Medium behauptete der serbische Diplomat Chedo Miyatovitsch, aus ihr habe sich seine Mutter auf Serbisch und ein kroatischer Arzt auf Kroatisch mit ihm unterhalten. Von Mme. d'Espérance wird erzählt, dass einmal eine ihrer Materialisationen einen Satz in klassischem Griechisch niederschrieb, doch ist den Versuchen der Frau d'Espérance gegenüber stets äusserste Zurückhaltung geboten. Das italienische. Medium Alfredo Pansini soll einmal in einer Sitzung hintereinander 12 Sprachen gesprochen haben, und nach einer Meldung der New Yorker Evening Post (10.11.1930) führte eine 4jährige Polin, die einen schottischen Urgrossvater hatte, Selbstgespräche in einem Idiom, das sich später als Gälisch herausstellte. Der Musikpädagoge Frederic Wood (gestorben 1963) dokumentierte die aussergewöhnlichen Fähigkeiten der englischen Lehrerin Ivy B. (gestorben 1961; ein Pseudonym, ihren richtigen Namen hat sie nie preisgegeben), die, wie der Oxforder Ägyptologe Alfred J. Howard Hulme bestätigte, plötzlich altägyptisch sprach und schrieb. Es existieren von Ivy B. in altägyptisch besprochene Schallplatten, die unter der Aufsicht Fodors aufgenommen wurden. Der Oxforder Ägyptologe Prof. Gunn behauptete allerdings, diese Laute hätten mit der alten ägyptischen Sprache nichts zu tun. Von Valiantine bezeugt der Orientalist Nevill Whymant, dass dieser in 12 Sitzungen 14 Sprachen beherrschte. Unter anderem meldete sich Konfutse in klassischem Chinesisch. Bei Margery und einigen Automatisten ihrer Zeit traten sogar Kreuz-Korrespondenzen in Chinesisch auf. Insgesamt sind die Berichte aus neuerer Zeit wenig überzeugend. Unbewusste Erinnerung und absichtliche Täuschung lassen sich gerade auf diesem Gebiet nur schwer nachweisen. |
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