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Parapsychologie
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Traum

Noch nicht befriedigend definierte, an den Schlaf gebundene Form der Erfahrung, vielleicht den Phantasien verwandt. Die auslösenden Reize können vielfach nur vermutet werden. Ausser den Menschen träumen vermutlich auch die höheren Tiere. Durch physiologische Daten (REM-Phase) lässt sich die Traumphase im Schlaf identifizieren. Dadurch werden bestimmte Experimente erst möglich: psychologische etwa das Studium der Reaktionen auf Traumentzug (durch Wecken in der Traumphase), parapsychologisch z. B. das zeitlich genaue telepathische Traumexperiment.

 

Von der frühesten Literatur (ca. 4000 vor Christus) bis in die Gegenwart, in allen Religionen begegnet eine besondere Wertschätzung des Traums:

Träume gelten als wichtige Botschaften, wenn nicht gar - wie in einigen Kulturen - angenommen wird, das Traumland sei die eigentliche Realität.

Auch die heutige Tiefenpsychologie und Psychologie sehen im Traum eine wichtige Informationsquelle. Die jahrtausendealte Frage, ob diese Botschaften von aussen (Göttern) oder innen kommen, haben sie im letzteren Sinn entschieden, aber die Religionen vertreten zum Teil auch noch die erstgenannte Hypothese.

Den Alternativen (innen oder aussenausgelöster Traum) nicht recht zuordnen lassen sich telepathisch induzierte Träume. Bei entsprechender Definition des Psychischen werden sie allerdings zu innenbestimmten.

Nicht durchzusetzen vermochte sich die Ansicht, es gäbe Träume, die sich innerhalb von Familien vererbten (das könnte manches Phänomen, das für die Reinkarnation als Beleg genommen wird, anders erklären.

 

Zu Beginn abendländischer Wissenschaft vertrat Platon die Ansicht, der Traum sei wesentlich ein göttergesandtes, auf Künftiges bezogenes Zeichen.

Sein Schüler Aristoteles sah im Traum die Fortsetzung psychischer Tätigkeit über den Wachzustand hinaus.

In der Folge suchte man meist zu unterscheiden zwischen gewichtigen (zukunftsweisenden) und gewöhnlichen Träumen.

Zum Verständnis brauchte man die Kenntnisse einer Fachkraft, des Traumdeuters.

Diesen Beruf gibt es schon früh in allen Hochkulturen.

Der bekannteste antike Traumdeuter ist Artemidoros. Bei ihm findet sich bereits das gesamte Arsenal moderner tiefenpsychologischer Traumdeutung: die Auslegung von Symbolen, das existentiale Verständnis, allegorische Deutungen, Mechanismen der Wortvertauschung, symbolische Handlungen, usw.

Die moderne tiefenpsychologische Traumdeutung - das Schrifttum umfasst mittlerweile Tausende von Arbeiten - setzt mit Freuds Traumdeutung (1900) ein, und in der Psychoanalyse zählt das Arbeiten mit Träumen zu den wichtigsten Verfahren.

In der Nachfolge Freuds und teils in gewisser Gegnerschaft zu ihm standen unter anderem Wilhelm Stekel (1868-1940), der - allzu pedantisch - das erste moderne Traumsymbollexikon zusammenstellte, und Otto Rank (1884-1939), der auf die Parallelität mancher Themen im Traum mit mythischen Sujets verwies. Diese Ähnlichkeiten erklärte C. G. Jung durch den Rückgriff auf das Kollektive Unbewusste und vollzog damit die Rehabilitation des mythischen Gedankens eines Traumlandes.

 

Übereinstimmend sehen alle Tiefenpsychologen in den Träumen Produkte psychischer Prozesse, die regelhaft, und d. h. analysierbar sind.

Sie sind somit diagnostisch und therapeutisch verwertbar.

Freud sah im Traum geradezu die via regia, den Königsweg, zum Unbewussten.

Nach Ansicht der Psychoanalyse sind die wichtigsten Mittel der Traumarbeit Verdichtung, Verschiebung und die Umsetzung eines Inhalts in eine Handlung.

Im Produkt der Traumarbeit, dem Traum, wird der zugrunde liegende Inhalt zwar ausgedrückt, aber entstellt, da psychische Instanzen angeblich eine Zensur ausüben, ein Widerstand, der das Individuum bedrohende Inhalte (z. B. verbotene Sexualwünsche) nicht unverhüllt zur Darstellung gelangen lässt.

Diese Hypothese vom Widerstand wurde 1974 durch David Cohen (University of Texas) wenn nicht widerlegt, so doch sehr fragwürdig.

Freud sah eine wesentliche Funktion des Traums in der Wunscherfüllung, eine zweite im Binden psychischer Spannung, das notwendig ist, um den Schlaf zu ermöglichen (der Traum als Hüter des Schlafs).

Nicht scharf von diesen Funktionen zu trennen ist eine dritte: das Realwerden von im Wachen vernachlässigten Möglichkeiten, die kreative, schöpferische und problemlösende Tätigkeit.

 

Bei Freud wurden Träume wesentlich mechanistisch kausal erklärt. Bei dem schweizerischen Psychologen Alphonse Maeder (geb. 1882) und nach ihm vor allem bei C. G. Jung final, d. h. als Versuch, einem aktuellen Konflikt dadurch zu begegnen, dass sich symbolisch Lösungstendenzen und Lösungen darstellen.

 

Die Parapsychologie interessiert sich in zweifacher Weise für Träume:

Zum einen verwendet sie teilweise beim Verständnis von ASW-Manifestationen und spukhaften Ereignissen die Methoden tiefenpsychologischer Traumdeutung, zum anderen interessiert sie der paranormale Wissenserwerb im Traum.

Rund 50 Prozent der spontanen ASW geschehen nach dem Zeugnis der Fallsammlungen nämlich im Traum. Dabei werden die bekannten 3 Modalitäten der ASW unterschieden. Vor allem der Aspekt des Zukünftigen, der präkognitive Traum, faszinierte bereits in der Antike.

Aufgrund ihrer Kasuistik hält die Parapsychologie den präkognitiven Traum für wissenschaftlich gesichert. Allerdings erklären sich viele scheinbar die Zukunft vorwegnehmende Träume, z. B. solche, die eine Krankheit des Träumers ankündigen, aus einer verfeinerten inneren Wahrnehmung. Unter einem prospektiven (vorausschauenden) Traum verstand denn auch C. G. Jung bloss ... eine Vorauskombinierung der Wahrscheinlichkeiten.

Lässt man alle möglichen Wahrträume der Kasuistik unberücksichtigt, die nicht gut verbürgt sind - die Parapsychologie verlangt selbstverständlich die nachweisbare Mitteilung des Träumers vor dem Eintreffen des Ereignisses -, und jene, die vielleicht durch Vorauskombinierung oder infolge von Erfüllungstendenzen sich erklären lassen, so bleibt dennoch ein Rest echter Wahrträume. Dieser Rest ist statistisch nicht signifikant, wenn man an die Unzahl von Träumen denkt, deren Handlungen keiner Realität zu entsprechen scheinen. Aber aufgrund ihrer besonderen Qualität nimmt die Parapsychologie dabei echte Präkognition an.

 

 

 

 

 

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