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Parapsychologie
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Synchronizität

Bezeichnung Jungs für ein Prinzip, das die sinnvolle, aber nicht kausale Verbindung von Ereignissen erklären soll, die sinngemässe Koinzidenz zweier oder mehrerer Ereignisse.

Akzeptiert man die Hypothese, wird die Annahme einer Psi-Funktion die ein kausales Verstehen ermöglichen soll überflüssig.

Die Hypothese entwickelte Jung in Zusammenarbeit mit dem Physiker Wolfgang Pauli (1900-1958).

 

Aus den Beispielen Jungs:

Am 1. April 1949 habe ich mir am Vormittag eine Inschrift notiert, in welcher es sich um eine Figur handelt, die oben Mensch, unten Fisch ist.

Beim Mittagessen gab es Fisch. Jemand erwähnte den Brauch des Aprilfisches.

Am Nachmittag zeigte mir eine frühere Patientin, die ich seit Monaten nicht mehr gesehen hatte, einige eindrucksvolle Fischbilder.

Am Abend zeigte mir jemand eine Stickerei, die Meerungeheuer und Fische darstellt.

Früh am nächsten Morgen sah ich eine frühere Patientin, die mir nach zehn Jahren zum erstenmal wieder begegnete. Sie hatte in der Nacht vorher von einem grossen Fisch geträumt.

Als ich einige Monate später diese Serie in einer grösseren Arbeit verwendete und eben die Niederschrift beendet hatte, begab ich mich vors Haus an den See an eine Stelle, wo ich am selben Morgen schon mehrere Male gewesen war. Diesmal lag nun ein fusslanger Fisch auf der Seemauer. Da niemand dort gewesen sein konnte, weiss ich nicht, wie der Fisch dorthin gelangt ist.

 

Im einzelnen unterscheidet Jung 3 Kategorien der Synchronizität:

  1. Koinzidenz eines psychischen Zustandes des Beobachters mit einem gleichzeitigen, objektiven, äusseren Ereignis, das dem psychischen Zustand entspricht, ohne dass ein Kausalzusammenhang denkbar ist

  2. Koinzidenz eines psychischen Zustandes mit einem entsprechenden äusseren Ereignis, das vorn Erlebenden nicht wahrgenommen werden kann

  3. Koinzidenz eines psychischen Zustandes mit einem zukünftigen (zeitlich distanten) Ereignis.

Diese Koinzidenzen sind zweigliedrig:

 

  1. eine unbewusste Bildvorstellung wird bewusst. Diese Bilder sind direkt, d. h. sie bilden unmittelbar das äussere Ereignis ab, oder sie sind indirekt, sie symbolisieren das Ereignis. Die Bilder sind Jung zufolge meist archetypischer Natur. Diesem Bewusstwerden korrespondiert

  2. das äussere Ereignis.

Mit der Hypothese der Synchronizität versucht Jung nicht nur die peranormalen Manifestationen im engeren Sinne zu erfassen. Er möchte von ihr aus auch die Astrologie, die Mantik und anderes verstehen.

In Jungs Überlegungen zur Synchronizität spielten vorübergehend auch Konzepte wie das gnostische Pleroma eine Rolle: Pleroma heisst in der Gnosis der Ort Gottes und aller Offenbarungen.

Nimmt man einen intermediären Raum an, weder innen (psychisch) noch aussen (Umwelt), so ,könnte man das synchronistische Phänomen begreifen als ein Teilnehmen des Innerseelischen und der äusseren Realität an den Geschehnissen dieser intermediären Welt.

 

Die Parallelereignisse lassen nämlich im Prinzip keinen gegenseitigen Kausalzusammenhang erkennen, weshalb sie eben einen Zufallscharakter tragen. Die einzige erkenn- und feststellbare Brücke zwischen ihnen ist der gemeinsame Sinn (oder eine Gleichartigkeit). Auf der Erfahrung solcher Zusammenhänge beruht die alte Korrespondenzlehre, welche in der Idee der prästabilierten Harmonie von Leibniz ihren Gipfel und zugleich ihr vorläufiges Ende erreichte und dann durch den Kausalismus ersetzt wurde.

Synchronizität bedeutet die moderne Differenzierung des obsoleten Begriffes der Korrespondenz, Sympathie und Harmonie. Sie gründet sich nicht auf philosophische Voraussetzung, sondern auf Erfahrbarkeit und Experiment. (Letzteres bestreiten Nicht-Jungianer)

Die synchronistischen Phänomene beweisen das simultane Vorhandensein von sinngemässer Gleichartigkeit in heterogenen, kausal nicht verbundenen Vorgängen, oder mit anderen Worten die Tatsache, dass ein vom Beobachter wahrgenommener Inhalt ohne kausale Verbindung zugleich auch durch ein äusseres Ereignis dargestellt sein kann. Daraus ergibt sich der Schluss, dass entweder die Psyche räumlich nicht lokalisierbar, oder dass der Raum psychisch relativ ist. Dasselbe gilt auch für die zeitliche Bestimmung der Psyche oder für die Zeit.

 

 

 

 

 

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