| Sufismus |
| Dachbegriff für die Mystik im Islam. Eine Verbindung mit griechisch sophia (Weisheit ) ist etymologisch nicht haltbar. Wahrscheinlich bezeichnet Sufi den in groben Wollstoff (suf) gekleideten Asketen. In der Theologie des Sufismus wurden bestimmte Begriffe erarbeitet, mit denen auch Parapsychisches systematisiert wird: firasa, etwa mit Ahnung, Intuition wiederzugeben. Die Kenntnis des Verborgenen, ist ein Vermögen, das es dem Sufi manchmal erlaubt, die eigene Todesart oder den Todestag zu erfahren. Als eine Art präkognitive Psychometrie kann es bezeichnet werden, wenn der Sufi über den Leib einer Schwangeren fährt und mittels firasa erkennt: Der Fötus ist männlich, er wird einst ein Dichter werden. Der dikr (arab.; das Gedenken (Gottes im Herzen)) ist eine besondere Form des Verkehrs mit Gott. Sie besteht in der gemeinsamen Rezitation der Gottesnamen, des Glaubensbekenntnisses, einer Sure aus dem Koran, des blossen hu (Er, d. h. Gott) oder ähnliches. Bei einem Sufi kann das dikr zu einer Technik werden, die vilaja (Gottnähe, Heiligmässigkeit, Ekstase) vorbereitet. In diesem Zustand können parapsychische Erscheinungen auftreten, z. B. Feuerunempfindlichkeit (seine Kleider verbrennen, der Sufi selbst nicht), Fliegen, Levitation, Selbstverletzung ohne Blutverlust, tatawwur (Exteriorisation, auch die postmortale Erscheinung). Auf der höchsten Vilaja Stufe ist dem Sufi die Totenerweckung möglich. |
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