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Parapsychologie
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Silbert, Maria

Die Seherin von Waltendorf (bei Graz) war in den 20er Jahren ein bekanntes Medium.

Bereits aus ihrer frühen Jugend werden ASW-Phänomene berichtet.

PK-Erscheinungen zeigten sich, als ihr Ehemann schwer erkrankte. Er starb 1914.

In den Jahren 1920-22 erreichten die Erscheinungen ihren Höhepunkt.

Meist fanden die Séancen bei hellem Lampenlicht und ohne Kabinett statt.

Dabei traten Raps als Knistern und Krachen, oft als deutliches Klopfen auf. Die Klopflaute wanderten, sie erklangen mal aus dem Tisch, mal aus der Wand, aus Einrichtungsgegenständen usw. Nach einem Klopfalphabet erfolgten sinnvolle deutsche und manchmal auch lateinische Diktate.

Weiter wird von Leuchtphänomenen (bläuliche und hellgrüne Funken und Blitze, einmal gar zwei Feuergarben) berichtet.

Häufiger sollen Berührungen vorgekommen sein, d. h., mehrere Teilnehmer spürten - oft gleichzeitig - bei strenger Kontrolle der Extremitäten des Mediums Tupfer oder ein richtiges Zupacken an Knie oder Unterschenkel. Manche dieser Tupfer ergaben sinnvolle Texte nach dem Code der Klopflaute. Was da griff, war nicht zu sehen.

Beglaubigt sind wiederholtes Schweben eines Eichentisches in 10 cm Höhe. Der Tisch konnte andrerseits aber auch so schwer werden, dass ihn 2 Männer kaum zu heben vermochten.

In Hunderten von Fällen erschienen auf Taschenuhren, Trinkbechern, Fotografien und ähnliches Zeichen oder Wörter als okkulte Gravierung oder in Direkter Schrift.

Der Augenblick der Niederschrift wurde nie beobachtet: Die Gegenstände verschwanden und tauchten graviert wieder auf - mal befanden sie sich plötzlich in der Hand ihres Besitzers, mal fielen sie mit Getöse auf den Tisch.

Auch Materialisationen wurden beobachtet (eine Hand, Finger, Nebelartiges usw.). Dabei wollen einige Teilnehmer ein Abkühlen der Zimmertemperatur und bei sich selbst einen Kraftentzug registriert haben.

Manche der Phänomene traten auch ausserhalb der Sitzungen und unter freiem Himmel auf.

Das Medium glaubte, einen jenseitigen Führer und Beschützer zu haben, die Kontrolle Franziskus Nell. Er galt als Urheber der Diktate und Gravuren und behauptete, ein Nürnberger Gelehrter aus dem 17. Jahrhundert zu sein.

1922 wurde während einer Sitzung das Gesicht Nells, mit Spitzbart und Schnurrbart, in weichem Ton abgedrückt.

Silbert war gläubige Katholikin; Nell antwortete besonders gern auf religiöse Fragen, und vor allem katholische Geistliche waren Teilnehmer der Séancen.

Die angewandten Kontrollen genügen heutigen wissenschaftlichen Ansprüchen nicht mehr.

Tatsächlich wurde mehrfach der Betrugsvorwurf erhoben und auch von kritischen Parapsychologen wie z. B. Moser geteilt.

Es fällt jedoch schwer, sich das Zustandekommen mancher Erscheinungen, etwa Gravieren eines Uhrglases von der Innenseite aus, durch Tricks erklären zu wollen.

 

 

 

 

 

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