| Schwarze Messe |
| Die christliche Messe pervertierende und karikierende rituelle Praktik im Satanismus. In ihr finden schwarzmagische Handlungen statt (dazu sind, ihrer Weihen wegen, Priester nötig). Als Montespan-Affäre wurden in der Literatur Schwarze Messen bekannt, die ein Zirkel feierte, den der Pariser Polizeipräfekt Nicholas de la Reynie 1679 auffliegen liess. Die Hauptbeteiligten waren die Hebamme, Abtreiberin, Kartenlegerin und Giftmischerin Cathérine Voisin und Athénais de Tonnay-Charente, Marquise de Montespan. Ausserdem gehörten mehrere Priester zu diesem Kreis - 360 Verhaftungen wurden vorgenommen, 110 Urteile gesprochen. Aus den Aussagen des Abbé Guibourg: Leroy ... hat als erster mit mir darüber gesprochen, für Madame de Montespan zu arbeiten, und er hat mir 50 Pistolen und eine Pfründe von 2000 Livres versprochen. Die erste Messe, die ich in dieser Absicht gelesen habe, ist in Ménil gewesen, in der Nähe von Monthléry, auf dem Bauch einer Frau, die dorthin gekommen war mit einer anderen vornehmen Person. Zur Konsekration habe ich folgende Beschwörungsformel gesprochen: Astaroth, Asmodeus, Fürsten der Freundschaft, ich beschwöre euch, das Opfer anzunehmen, das ich euch darbringe mit diesem Kinde für die Dinge, die ich von euch erbitte, nämlich dass die Freundschaft des Königs und des Monseigneurs le Dauphin (die Marquise war die Geliebte Ludwigs XIV.) für mich fortdauere und dass ich von den Prinzen und Prinzessinnen des Hofes hoch geachtet werde, dass mir nichts verweigert werde von all dem, worum ich den König bitten werde, ebenso für meine Eltern wie Bedienten! ... Das Kind, das bei dieser Messe geopfert wurde, habe ich um einen Taler gekauft. Ein grosses Mädchen hatte es mir angeboten. Ich habe das Blut des Kindes, in dessen Kehle ich mit einem Federmesser gestochen habe, herauslaufen lassen und in einen Kelch gegossen ... Ich habe eine zweite Messe in einer Ruine auf den Wällen von SaintDenis, auf der gleichen Frau, mit denselben Zeremonien gelesen (diese Frau soll die Marquise gewesen sein) ... Ich habe bei der Voisin, bekleidet mit der Albe, der Stola und dem Manipel, eine Beschwörung in Gegenwart der DesOeillets gemacht, die verlangt hat, einen Zauber für den König zu machen. Sie war begleitet von einem Mann, der mir die Beschwörungsformel übergab. Zu dieser Beschwörung war Sperma beider Geschlechter nötig. Da aber die DesOeillets gerade ihre Tage hatte, habe ich etwas von ihrem Blut in einen Kelch geschüttet. Dann ging ich mit ihr in ein Nebenzimmer, und ihr Begleiter gab etwas Sperma hinzu. Schliesslich haben wir noch pulverisiertes Blut der Fledermaus und Mehl hinzugetan, um der Mischung eine festere Form zu geben. Als ich die Beschwörungsformel gesprochen hatte, gab ich das Ganze aus dem Kelch in ein kleines Gefäss, das die DesOeillets und ihr Begleiter mitnahmen. Die Riten der Schwarzen Messen haben unter dem Druck weltlicher und kirchlicher Verfolgung und aufgrund der auch von den Beteiligten als ungeheuerlich empfundenen Blasphemie ein starkes affektives Feld gestiftet, das gelegentlich auch synchronistische und parapsychische Phänomene freigesetzt haben dürfte, deren Auftreten wiederholt behauptet wird. |
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