| Schlaf |
| Zustandsform des Menschen und höherer Tiere, von der wir, wie Bernheim sagte, nicht die Essenz, sondern nur die Symptome kennen. Ausgelöst und gesteuert wird der Schlaf vom Schlafzentrum. Über die auslösenden Reize besteht keine einhellige Meinung (chemische Reize, Dunkelheit, Körperlage usw.). Als Funktion des Schlafs wird häufig ein Aussondern von Ermüdungsstoffen vermutet. Im Schlafbedürfnis bestehen beträchtliche Unterschiede. Das individuelle Bedürfnis (Schlafmuster) scheint angeboren zu sein, doch treten bei einzelnen beträchtliche Veränderungen im Lauf des Lebens auf: In der Literatur werden Fälle von jahrelangem Schlaf behauptet (attaques de sommeil) neben anderen, wo Menschen ohne beobachtbare Schädigung Wochen und Monate ohne zu schlafen auskommen und dabei ihre Arbeit verrichten. Im allgemeinen scheint das Schlafbedürfnis im Alter zurückzugehen. Der Schlaf bietet das Bild einer vorübergehenden Bewusstseinseinschränkung, aber keine -aufhebung. Auch im Schlaf bestehen Kontakte zur Umwelt. Der Traum ist - nach Freud - nicht die einzige Schlafleistung. Das unbewusste Denken wird auch im Schlaf fortgesetzt, und wie manche Autoren vermuten, ist ASW im Schlaf ein Produkt dieses Denkens, das, durch die Senkung des Bewusstseinsniveaus begünstigt, in den Traum aufzusteigen vermag. |
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