| Satanismus, auch Teufelskult |
| Entgegen den Schilderungen in Sensationsromanen und den Phantasien religiöser Eiferer ist der Satanismus eine relativ junge und seltene Erscheinung. Kulturhistorisch fassbar wird er nur im 17., 19 und 20. Jahrhundert. Zwar gab es mittelalterliche Sekten gnostisch-manichäischen Ursprungs, die von der Kirche des Satanismus verdächtigt wurden - im wesentlichen aber kann der Satanismus als literarische Fiktion (Byron, de Sade, Baudelaire, E. T. A. Hoffmann unter anderem verwandten Motive des Satanismus in ihren Dichtungen) betrachtet werden, eine Fiktion, die allerdings realen psychischen Bedürfnissen diente: Man konnte verbotene, verdrängte Wünsche auf die Satanisten projizieren. Den Anhängern des Satanismus wurden ausserordentliche parapsychische (schwarzmagische) Fähigkeiten nachgesagt. Auch heute gibt es noch Gruppen, die Teufelskult, Sexualmagie und Okkultismus in seltsamer Mischung betreiben, z. B. die Gruppe junger Leute um Charles Manson (geboren 1935), der sich Christus und Satan zugleich nannte und seine Anhänger zu sexuellen Orgien, Blut- und Mordritualen animierte. Ausserdem spekulierte man über Astralleib und Seelenwanderung und verstand sich als endzeitliche Kirche. Lynn Fromme, eine Anhängerin Mansons, sagte über ihn: He gave off a lot of magic. |
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