| Raimundus Lullus |
| Mathematiker, Mystiker und Alchimist aus Mallorca. Seine ars generalis (allgemeine Kunst) oder ars magna et ultima (grosse und höchste Kunst), die Lullische Kunst, stellt eine Art magischer Computer dar: Mehrere in unterschiedlichen Graden drehbare Scheiben sind konzentrisch angeordnet, die Kreisscheiben jeweils bestimmten Grundthemen (Gott, Vernunft usw.) zugeordnet. Der Apparat gab, indem man an den Kreisen drehte, logische Antwort auf alle Fragen im Bereich der entsprechenden Themata. Die Scheiben bilden Mandalas, aber Lullus erhoffte sich weder magische Wirkungen noch Bewusstseinserweiterung, sondern eine mechanisch-logische Deduktion aller wissenschaftlichen Lehrsätze. Mit Raimundus symbolischer Darstellung des jeweiligen Themas auf den Scheiben als Buchstaben, Zahlen, Kreise, Dreiecke, Zeichen usw. befassten sich eingehend Agrippa von Nettesheim, Giordano Bruno, Athanasius Kircher, Leibniz und andere. Raimundus wurde doctor illuminatus, erleuchteter Gelehrter, genannt, weil ihm die Idee zu seiner ars generalis durch eine plötzliche Inspiration kam. (Versteht man die Inspiration als eine Eingabe des Unbewussten, so erhält die Tatsache, dass die Scheiben Mandalas sind, einige Bedeutung.) Bei vielen Raimundus zugeschriebenen alchimistischen Traktaten ist seine Autorschaft umstritten. |
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