| Platon |
| Griechischer Philosoph aus vornehmer Athener Familie, Schüler des Sokrates, Gründer der Akademie (387). Einen Teil seiner Philosophie schrieb Platon nieder, doch eine Lehre, die in den Schriften nur anklingt, trug er mündlich im Kreis der Schüler und Freunde vor. Diese esoterischen agrapha dogmata, die ungeschriebenen Lehren (Aristoteles), bilden das Bindeglied zwischen der rational vermittelbaren Erkenntnis der Texte und einer intuitiven Erkenntnis, die aber an die Logik gebunden bleibt. Kern der Platonischen Philosophie ist ein systematisches Weltverständnis, eine Ontologie, die auf einem grundlegenden Gegensatz beruht. Die konträren Positionen nennt Platon das Eine, auch das höchste Gute, und die unbestimmte Zweiheit. Dadurch gehen bei Platon Mathematik und Ontologie eine enge Verbindung ein: Die Seele ist mathematisch strukturiert, Ideen und Zahlen werden gleichgesetzt. Der chinesische Gelehrte Hu Shih sieht in seiner Dissertation (1917) Verbindungen der Platonischen Ideenlehre zur Gedankenwelt des I-Ging. Parapsychologisch relevant ist Platons Verständnis der Fernwirkung: Die poetische Inspiration wird im Bild der Wirkung des Magneten auf das Eisen begriffen. Die Unterscheidung zwischen induktiver (technischer) und intuitiver (natürlicher) Divination geht auf Platon zurück (Phaidros). Dabei dürften sich in seinem Denken Reste älterer religiöser Vorstellungen spiegeln. |
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