| Orphik |
| Abgeleitet von Orpheus, einem mythischen Sänger der griechischen Sage. 1. Sammelbegriff für die theo- und kosmogonische griechische Literatur 2. eine nur in Bruchstücken erhaltene gnostisch-philosophische Lehre von der Seele des Menschen und den Mitteln, ihr zur jenseitigen Seligkeit zu verhelfen. Eines dieser Mittel war die von Wanderpredigern angebotene Einweihung in die orphischen Mysterien, für die Reinigungsriten kennzeichnend gewesen zu sein scheinen. Die Orphik entstand im 6. Jahrhundert vor Christus und weist Verbindungen zum Pythagoreismus auf. Der Neuplatonismus schätzte die Orphik ausserordentlich hoch ein, und dieses Urteil wirkte bis in die Gegenwart. Dabei muss festgehalten werden, dass die Orphik kein System hoher Philosophie oder Religion bildete, sondern eine volksreligiöse Bewegung der einfachen Leute darstellte, in die mancherlei Reste abgesunkener hoher Mythologie (Abkunft der Seele von den Sternen, Totengericht, Unsterblichkeit, Wiedergeburt) eingegangen waren. |
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