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Parapsychologie
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Orakel

1.   Der Orakelspruch, die Weissagung

2.   Verfahren oder Apparatur, um Auskunft über räumlich oder zeitlich Entferntes zu erlangen, oder um zu erfragen, was in einer bestimmten Situation zu tun sei.

Man kann sich dabei sowohl des Lebenden (z. B. Vogelschau) als auch des Toten (Opferschau) bedienen. Man kann Lebloses verwenden (Loswerfen, Orakelbretter usw. In Antium (das moderne Porto d'Anzio, südlich von Rom), einem in der Antike sehr berühmten Orakel, weissagte man z.B. aus den schwankenden Bewegungen der in einer Prozession mitgeführten Statuen).

Oder das Orakel der Natur ablauschen (Donner, Blitz, Blätterrauschen usw.).

Sehr häufig Verwendung im Orakel finden z. B. Erbsen. Sie gelten als Fruchtbarkeitssymbole oder auch als Seelenspeise (Totenbeschwörung). Aufgrund sympathetischen Verständnisses (Ähnlichkeit der Form) verursachen oder heilen sie angeblich Geschwüre. Auch Apfelschalen oder -kerne sind im Volksglauben gelegentlich Utensil im Orakel.

Ursprünglich dürften diesen Orakelformen mythologische Vorstellungen assoziiert gewesen sein: Apfel im Paradies, Apfel der Hesperiden und ähnliches mehr. Hinzutreten tiefenpsychologische Symbolformen wie Brust oder Ganzheit (Reichsapfel).

Auf der ganzen Welt finden sich geomantische Orakelpraktiken. Beispielsweise Tziti, ein Orakel der Maya mit den weiblich gedachten Maiskörnern und den als männlich vorgestellten Tzité-Bohnen. Dieses Orakel weist eine inhaltliche Verwandtschaft zum I Ging und zum westafrikanischen Ifa-Orakel (zugleich yorubische Gottheit und Orakel) auf.

3.   Die heilige Stätte, an der ein Priester Weissagungen und Antworten der Gottheit übermittelt (z. B. Delphi; Pythia).

Manche der antiken Orakelpriester erinnern an moderne Medien.

So soll sich die Priesterin von Dodona später nicht mehr an den durch sie ergangenen Spruch der Gottheit erinnert haben. Sie war also vermutlich während der Handlung in Trance.

Man kann technische, inspiratorische und Zeichen-Orakel unterscheiden.

Spruch-Orakel heissen kodifizierte oder mündlich überlieferte Orakeltexte - oft in Versen: Durch ein technisches Verfahren wird ein bestimmter Vers ausgewählt, der dann auf die Situation des Fragenden hin gedeutet werden muss.

Für die Analytische Psychologie wird bei den meisten Orakelformen dem blossen (natürlichen, umweltgesteuerten) Zufall dadurch begegnet, dass eine archetypische Situation beobachtet wird. Deshalb findet man bei Orakeln häufig die Warnung, nicht zu spielen, sich nur mit einem echten Anliegen an das Orakel zu wenden. Je höher die psychische Spannung ist, je intensiver das affektive Feld, um so wahrscheinlicher eine treffende Antwort.

4.   Orakel kann auch einen Menschen als Funktionsträger bezeichnen: etwa wenn man vom Staats-Orakel in Tibet spricht.

 

 

 

 

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