| Kublai Khan |
| Mongolischer Gross-Khan, Enkel Dschingis-Khans. Der englische Dichter Samuel Taylor Coleridge (1772-1834), der, beeinflusst von der deutschen Romantik und dem deutschen Idealismus, versuchte, das Übersinnliche poetisch-sinnlich zu fassen, träumte im Sommer 1797 in einer Nacht die Verse seines berühmten Gedichts Kublai Khan. Jahrzehnte später erfuhr die westliche Welt aus einer persischen Geschichtensammlung: Im Osten von Shang tu errichtete Kublai Khan einen Palast nach einem Plan, den er in einem Traum geschaut und im Gedächtnis behalten hatte. Der argentinische Schriftsteller Jorge Luis Borges (geboren 1899) meint dazu: Ein mongolischer Kaiser träumt im 14. Jahrhundert einen Palast und erbaut ihn nach dem Vorbild seiner Schau. Im 18. Jahrhundert träumt ein englischer Dichter, der nicht wissen konnte, dass dieses Bauwerk sich aus einem Traum herleitete, ein Gedicht über den Palast. Verglichen mit dieser Symmetrie, die mit den Seelen schlafender Menschen arbeitet und Kontinente und Jahrhunderte umfasst, fallen, will mir scheinen, nicht oder kaum ins Gewicht die Levitationen, Auferstehungen und Erscheinungen der Erbauungsbücher. |
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