| Kollektives Unbewusstes |
| Bezeichnung C.G. Jungs für ein hypothetisches psychisches Feld, das die Archetypen und Instinkte enthält und die Grundlage der Entwicklung der menschlichen Seele bildet. Jung unterschied im menschlichen Unterbewussten 2 Bereiche - einen der persönlichen Komplexe und den, vergleichbar strukturierten, allgemeinmenschlichen des Kollektiven Unbewussten. Dieser Teil des Unbewussten ist eine allen Menschen - normalen und geisteskranken - aller Zeiten und Kulturen gemeinsame Geistesebene, die die Mythen schafft und durch die so jedes Individuum teil an Mythologie schlechthin hat. Er ist kein Anhängsel archaischer Reste (Freud), sondern die lebendige schöpferische Matrix all unserer seelischen unbewussten und bewussten Funktionen, die eigentliche Strukturform (das Pattern) unseres psychischen Menschseins. Was das Kollektive Unbewusste eigentlich ist, lässt sich nicht sagen. Es ist bewusstseinstranszendent. Jung teilt selbst einen Fall mit, der sich paranormal deuten liesse. Ein Paranoiker gab ihm in detaillierten Bildern eine merkwürdige Erklärung über den Ursprung des Winds aus der Sonne. Später las Jung in einem damals noch nicht publizierten Werk einen zum Mithras-Kult gehörenden Text, der eben diese Vorstellungen enthielt. Die Parapsychologie kann durch Kombination von Präkognition (bei Jung) und Telepathie (zwischen dem Patienten und Jung) oder durch Hellsehen (Patient und ungedrucktes, aber vorhandenes Werk), den Fall zu erklären versuchen. Jung lehnte eine solche Deutung ab. Das Kollektive Unbewusste, das den im Text überlieferten Mythos produzierte, ist Teil der Psyche des Patienten, also kann diese Vorstellung jederzeit in ihm aufsteigen. Moser stellte dem Jungschen Kollektiven Unbewussten, das sie das archaische nennt, ein sogenanntes telepathisches gegenüber: Ein überpersönliches Gemeinschafts-Unbewusstes, Produkt und gemeinschaftlicher Besitz der Menschheit. Einen Teil dieses telepathischen Unbewussten sah sie im von ihr sogenannten Zirkel-Unbewussten, wie es sich gelegentlich zwischen Séanceteilnehmern auszubilden und durch das Medium zu artikulieren scheint. Das Konzept eines überindividuell Psychischen findet sich bereits in der Antike (da bildet die Platonische Ideenlehre seine höchste Ausformung), in aussereuropäischen Kulturen und in neuerer Zeit z. B. bei Eduard v. Hartmann. |
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