| Katzen |
| Kulturgeschichtliche Fakten bringen gelegentlich Katzen mit paranormalen Erscheinungen in Verbindung: Man denke z. B. an die schwarze Katze des Volksglaubens und an die Katze als Hexenbegleiterin. Sowohl in der germanischen als auch in der ägyptischen Religion waren Katzen von Bedeutung. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde in Schottland ein Opferritus, Taigheirms, zelebriert. Einer der letzten Taigheirms fand auf der Insel Mull statt: Katzen, wahrscheinlich schwarze, wurden dem Teufel geweiht, dann aufgespiesst und verbrannt. Die Opferung geschah durch Allan Maclean und Lachlain Maclean. Nach dem letzten Schrei einer geopferten Katze durfte keine Minute vergehen, bis die nächste verbrannt wurde. Mindestens 3 Tage hindurch musste der Opferer ununterbrochen opfern, falls das Werk nicht vergeblich sein sollte. Maclean hielt 4 Tage durch - während der magischen Handlung durfte er nichts essen -, bis er zusammenbrach. Im Laufe der Zeremonie will man Delegationen der Hölle gesehen haben. Beide Opferer besassen anschliessend magische Kräfte. Unter anderem eignete ihnen die Gabe des Zweiten Gesichts (taigh). Von Home wurde kolportiert, er teile das Schlafgemach mit einer Anzahl Katzen, so erhalte er seine elektrischen Fähigkeiten. Dagegen zeigte eine Reihe bekannter und berühmter Leute eine merkwürdige Katzenphobie. Fodor teilt mehrere Fälle mit, z. B.: Während einer Schlacht in Afghanistan blieb General Roberts, von seinem Stab umgeben, wie üblich ruhig beim Hagel der Geschosse und Granaten. Plötzlich begann er zu zittern, und dieser Mann, der hundert Schlachten gesehen, wies mit verzweifelten Gesten auf eine in der Nähe stehende Mauer. Seine Offiziere sahen sich um und entdeckten eine halbverhungerte Katze. Als man sie verjagte, gewann Lord Roberts wieder seine Selbstkontrolle! (Frederick Sleigh Earl Roberts of Kandabar and Pretoria, 1832-1914, war bis 1904 Oberbefehlshaber des britischen Heeres.) Solche Reaktionen gegenüber Katzen, die, wie es scheint, nur Männer zeigen, und die über blosse Allergie oder Idiosynkrasie (erworbene oder angeborene Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Stoffen) hinausgehen, wurden tiefenpsychologisch als Angst vor Frauen (Katzen als Symbol des Weiblichen) zu deuten versucht. Aber Fodor z. B. denkt an eine parapsychologisch relevante Emanation, die von den Katzen ausgeht. Unter Osis wurden an der Duke University positive parapsychologische Experimente mit Katzen als Versuchstieren durchgeführt. |
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