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Parapsychologie
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Kabbala, Überlieferung

Mystische, theosophische Bewegung in der jüdischen Religionsgeschichte, die verschiedene Richtungen umfasst.

Die Anfänge reichen in vorchristliche Zeit zurück. Eine wichtige Überrnittlerrolle spielte die jüdische Gnosis. Aber von Kabbala im eigentlich Sinne kann erst seit dem 12. Jahrhundert gesprochen werden.

Die Kabbala kennt die Phänomene aller Mystik - ausserordentliche Seelenzustände, Ekstase und parapsychische Manifestationen - sieht in ihnen aber nur mehr oder weniger wichtige Begleiterscheinungen der eigentlich religiösen Erfahrung.

Selbst die im Augenblick realisierte mystische Vereinigung (unio mystica) ist nicht das Ziel der Mystik, sondern vielmehr der debekuth untergeordnet, dem Anhangen (an Gott), einem ständigen Bei-Gott-Sein.

Zu den Techniken, die die Vereinigung vorbereiten können, zählt die Kawwana, eine im Gebet erlangte meditative Konzentration. Das Bewusstsein ist allein auf das Gebet gerichtet.

 

Magie ist der kabbalistischen Theorie fremd, aber in der Kabbala als historisches Phänomen berührten sich oft Ekstase, Theurgie und Magie, und im Volksglauben sind - vor allem im Chassidismus - die Kabbalisten Männer, die der unglaublichsten Wundertaten fähig sind: Praktische Kabbala (maassit im Gegensatz zur theoretischen Kabbala, ijjunit) meint sehr oft blosse Magie, selbst im Sprachgebrauch der Kabbalisten.

 

Zu den bekannteren Techniken der praktischen Kabbala zählen z. B. die Namensdeutung – der Versuch, über die Zahlenwerte von Buchstaben Aufschlüsse über den Namensträger zu erhalten - und Temura. Dabei werden nach bestimmten Regeln einzelne Buchstaben eines Wortes gegen andere ausgetauscht, um auf diese Weise einen neuen Wortsinn zu erschliessen.

 

Die Berichte von möglichen paranormalen Ereignissen und Erfahrungen aus dem kabbalistischen Umkreis sind zahlreich.

Von Jacob Halevi aus Marvège (um 1200) hat sich eine Sammlung von Offenbarungen erhalten, die ihm vom Himmel (vom Herrn des Traums) geschickt wurden, nachdem er strittige Fragen des rabbinischen Gesetzes als Traumanfragen (scheeloth chalom) formuliert hatte.

Moses aus Tachau (Moses Taku), der um die gleiche Zeit lebte und ein Schüler Jehudas des Frommen war, sagte von solchen praktischen Kabbalisten:

Sie machen sich selbst zu Propheten, indem sie sich darin üben, heilige Namen auszusprechen oder manchmal auch nur ihre Intention auf sie richten, ohne sie über die Lippen zu bringen. Dann ergreift den Menschen ein Schrecken, und sein Körper fällt kraftlos hin. Keine Scheidewand steht nun mehr vor der Seele, er selbst tritt ins Zentrum und schaut in die Ferne, und erst nach einer Weile, wenn die Kraft jenes Namens von ihm weicht, kehrt er mit verworrenem Bewusstsein in seinen früheren Zustand zurück.

Genauso machen es die Magier, welche Dämonenbeschwörung benutzen. Sie sprechen über einen der Ihren unreine Beschwörungen, damit er ihnen mitteilt, was etwa in einem fernen Lande geht. Er fällt an Ort und Stelle hin, und seine Adern erstarren im Krampf, und er ist wie ein Toter. Nach einer Weile aber steht er ohne Bewusstsein auf und läuft aus dem Haus, und würde man ihn nicht an der Tür an den Gliedern festhalten, würde er sich Kopf und Körper zerschlagen. Wenn er nun wieder ein wenig zu sich kommt, so sagt er ihnen, was er gesehen hat.

Einen Höhepunkt der christlichen Kabbala bildet das Werk des deutschen Dichters, Politikers und Alchimisten Christian Knorr von Rosenroth (1631/36-1689).

Von grossem Einfluss in christlichen Kreisen wurde seine mit Hilfe jüdischer Gelehrter angefertigte lateinische Übersetzung von Auszügen kabbalistischer Schriften, die 1677-84 in 2 Bänden anonym erschienene Kabbala denudata (Die enthüllte Kabbala).

 

 

 

 

 

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