| Jung, Carl Gustav |
| Schweizerischer Tiefenpsychologe und Psychiater. Begründer der Analytischen (Komplexen) Psychologie, die sich von der Psychoanalyse Freudscher Prägung abspaltete. Viele ihrer Konzepte liefern Verstehensmöglichkeiten für parapsychische Manifestationen (z. B. Archetyp, Individuation, das Kollektive Unbewusste). Jung, Sohn eines Pfarrers, interessierte sich zeit seines Lebens für religiöse Probleme, für eine andere, ewige Welt - deren Realität für ihn, zumindest in Grenzsituationen, erfahrbar war -, für okkulte und paranormale Phänomene, bis hin zu den Erscheinungen der UFOs. Bereits in seiner Dissertation Zur Psychologie und Pathologie sogenannter occulter Phänomene schrieb Jung (im Nachwort): Mein Bestreben ging vor allem dahin, entgegen der öffentlichen Meinung, welche für die sogenannten okkulten Phänomene nichts als ein geringschätziges Lächeln hat, die zahlreichen Verknüpfungen derselben mit dem Erfahrungsgebiete des Arztes und der Psychologie darzustellen und auf die zahlreichen wichtigen Fragen hinzuweisen, welches dieses unerforschte Gebiet noch für uns birgt. Den Anstoss zu dieser Arbeit gab mir die Überzeugung, dass auf diesem Gebiete eine reiche Ernte für die Erfahrungspsychologie reift ... Jungs Mutter (Emilie Jung, geborene Preiswerk, 1849-1923) und Grossmutter (Augusta Preiswerk, geborene Faber, 1805-1862) waren ASW-begabt, und mehrfach war Jung selbst Erlebnisträger von ASW-und PK-Phänomenen. So erwachte er beispielsweise eines Nachts von der Empfindung eines Schlags am Hinterkopf - am nächsten Tag erfuhr er, dass einer seiner Patienten sich in dieser Nacht durch Kopfschuss getötet hatte. 1899 spaltete sich laut krachend ein Nussbaumtisch in der mütterlichen Wohnung, und bis zu seinem Tod bewahrte Jung die Reste eines Brotmessers auf, das um die gleiche Zeit mit einem Knall in der Schublade in 4 Teile zersprungen war. 1910 hörten er und Freud während eines Gesprächs einen lauten Schlag in einem Bücherregal. Jung kündigte einen zweiten Schlag an, der auch prompt erfolgte - Ausdruck einer paranormalen Entladung der Spannung zwischen den Gesprächspartnern? 1920 wurde Jung Zeuge eines ortsgebundenen Spuks in England. Zusammen mit Bleuler und Schrenck-Notzing nahm Jung in den folgenden Jahren an Sitzungen mit Rudi Schneider teil. Zur ASW schrieb Jung in Seele und Tod (1934): Eine objektive Sichtung und Kritik der vorhandenen Beobachtungen lässt feststellen, dass sich Wahrnehmungen ereignen, die teils so vor sich gehen, als ob es keinen Raum gäbe, teils so, als ob es keine Zeit gäbe. 1919 hatte er in einem Vortrag vor der S.P.R. (Society of Psychical Research) den Geister-Glauben auf exteriorisierte Wirkungen unbewusster Komplexe (also auf Projektion) zurückgeführt. Als der Vortrag 1947 nachgedruckt wurde, merkte der Autor an, dass er mittlerweile eine rein psychologische Betrachtung der in Rede stehenden Phänomene nicht mehr für ausreichend erachte, es wird die Frage der transpsychischen Realität, welche der Psyche unmittelbar zugrunde liegt, aufgeworfen. Besondere Aufmerksamkeit schenkte Jung dem Problem nichtkausaler Vorgänge (Wahrträume, Zufälle, Astrologie, Mantik, Tarot). Als Erklärungshypothese entwickelte er das Konzept der Synchronizität. |
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