| Jenseits |
| Vorstellung von einem Ort oder Zustand des Menschen nach seinem Tode. Die meisten Religionen kennen Jenseitsvorstellungen (Himmel, Hölle, Fegefeuer, Hades, Totenreich, Unterwelt usw.). Im Spiritismus spielt das Jenseits als Aufenthaltsraum der Toten eine wesentliche Rolle. Es wird von den Medien, die mit den Geistern Verstorbener in Verbindung zu stehen behaupten und deren Botschaften übermitteln, als rein geistiges, ätherisches oder auch konkret weltähnliches Gefilde beschrieben. Entsprechend wird die Existenzform der Verstorbenen bald als körperlos, bald körperlich-lebensähnlich beschrieben, fast immer allerdings mit stark religiöser Komponente. Besonders charakteristisch und prägend für die spiritistische Anschauung sind die berühmt gewordenen Jenseitsbeschreibungen, die Myers nach seinem Tod durch Kreuz-Korrespondenz mit mehreren Medien, vor allem Cummins, gab. Er sprach von 7 Stadien oder Stufen der Jenseitserfahrung, die dem Verstorbenen erreichbar seien. Der im Ersten Weltkrieg gefallene Sohn von Lodge lieferte durch das Medium Leonard umfangreiche Jenseitsreportagen. Über seinen neuen Körper sagte er aus: Er ist dem vorigen sehr ähnlich. Manchmal kneife ich mich selbst, um zu sehen, ob er wirklich ist, und er ist's, aber es tut nicht so weh, wie wenn ich früher den fleischlichen Körper kniff. Die anderen Organe scheinen nach dem gleichen Prinzip zu arbeiten wie vorher. Sie können also wohl nicht ganz die gleichen sein, wenn es auch den Anschein hat. Ich kann mich irgendwie freier bewegen ... Wenn jemand ganz zerschossen und verstümmelt ist, dauert es einige Zeit, bis der Geist-Körper sich vervoIlständigt und wieder komplett ist. Er sondert eine gewisse Menge einer Substanz ab, die zweifellos ätherischer Natur ist, und diese muss wieder verdichtet werden. Der Geist ist natürlich nicht zerschossen, aber er ist doch irgendwie angegriffen. Zu Beginn der 70er Jahre standen im Zusammenhang mit dem gesteigerten Interesse an parapsychologischen Fragen auch die Probleme einer Jenseitswelt und die Möglichkeit von Kontakten zwischen Diesseits und Jenseits durch Medien wieder zur Diskussion, zum Teil angeregt durch die Bücher von Ford. In der tiefenpsychologischen Betrachtung, besonders der Jung-Schule, werden Jenseitsvorstellungen als Bilder und Projektionen des Unbewussten angesehen: ... das Unbewusste ist laut ältester Auffassung das Traum- und zugleich das Toten- und Ahnenland. Das Unbewusste scheint in der Tat nach allem, was wir darüber wissen, eine Seinsform relativ unabhängig von den Schranken von Raum und Zeit darzustellen. Auch wäre gegen die Idee, dass das Bewusstsein und seine Welt im Meere des Unbewussten gewissermassen eingossen seien, nichts einzuwenden. Die unbewusste Psyche ist von unbekannter Erstreckung. |
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