| Homunkulus, Menschlein |
| Künstlich erzeugter Mensch. Schon in der Antike findet sich der Glaube, durch Schmelzung von Metallen liesse sich ein Homunkulus (griechisch anthroparion) gewinnen. 1773 soll der Österreicher Johann Ferdinand Graf v. Kufstein zusammen mit einem Abbé Geloni im alchimistischen Laboratorium Homunkuli erzeugt haben, und der Philosoph J.J. Wagner hielt noch 1841 eine künftige Menschwerdung durch Kristallisation für möglich. Anweisungen zur Herstellung eines Homunkulus raten, die Überreste eines Toten sorgfältig zu sammeln und auf bestimmte Weise zu kochen: Im Rauch oder Wasserdampf soll das neue Wesen bildhaft sichtbar werden bzw. leibhaftig wiedererstehen. (Diese Prozedur erinnert an Schilderungen von der Entstehung mancher Materialisationen.) Die in Goethes Faust II beschriebene Erzeugung eines Homunkulus folgt Paracelsus' Anleitung in De generatione rerum naturalium (Über die Erzeugung der natürlichen Dinge). |
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