| Gral |
| Nach mittelalterlichen Erzählungen ein wunderwirkender Stein (der Weisen), die Abendmahlsschale oder ein Gefäss, das aus einem Amethyst gefertigt wurde, der Luzifer aus der Krone fiel, als er aus dem Himmel verbannt wurde (Engelsturz). In diesem Behältnis soll Joseph von Arimathia das Blut des Gekreuzigten aufgefangen haben. Im 12. und 13. Jahrhundert entstanden eine Anzahl Gralsromane (z. B.: Wolfram von Eschenbachs Parzival, um 1205), in denen, wie Margarete Riemschneider gezeigt hat, sehr alte vorchristliche und zum Teil schon damals nicht mehr verstandene okkulte Motive ineinander verwoben sind. In der mystischen Spekulation des Mittelalters wurde der Gral zu einem Bild der Wahrheit und des eigentlichen Seins. Verschiedene esoterische Vereinigungen der Gegenwart haben in ihrer Bezeichnung oder in ihrer Lehre das Wort Gral aufgegriffen, ohne dass ein historischer Zusammenhang zur mittelalterlichen Tradition besteht. |
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