| Franz von Assisi, eigentlich Giovanni Bernardone |
| Ordensstifter und Heiliger. O wie oft sagte er zukünftige èbel voraus! schreibt sein erster Biograph Thomas de Celano (gestorben 1260). Er erkannte das Verborgene fremder Herzen, und in einem (auch von Thomas mitgeteilten) Fall sieht er während des Gebets in seiner Zelle von ferne die Ankunft eines Bruders und weiss sofort, was diesen herführt. Als er einen Neugeborenen auf den Arm nimmt, erkennt er in ihm den künftigen Papst (Nikolaus III.). Einmal, im Jahre 1224, sitzt Franz auf dem Berg Alverna, und zur gleichen Zeit sieht man ihn levitiert in Arelate (Bilokation?). Levitationen berichtet Thomas häufig: Franz schwebt im Gebet in Baumhöhe, ja, zeitweise soll er dabei sogar den Blicken entschwinden. In einem seiner Ausnahmezustände führte Franz einen ekstatischen Freudentanz auf. Auch aussergewöhnliche Heilungen werden berichtet und ein Exorzismus an einer Besessenen. Franz gilt als erster Stigmatisierter. Görres teilt (Thomas folgend) mit, dass die Stigmatisierung Folge einer Vision war: Als er eines Morgens am Fest der Kreuzerhöhung betete, im herzlichen Verlangen, mit dem Herrn gekreuzigt zu werden, sah er das Gesicht eines Seraphs und zwischen den Flügeln die Gestalt eines Gekreuzigten. Als die Erscheinung verschwand, hatte sie ihm im Herzen einen grossen Brand, in seinen Gliedern aber eine wunderbare Zeichnung zurückgelassen. Es waren nämlich an seinen Händen und Füssen die Zeichen der Nägel erschienen, wie er sie eben am Bilde des Gekreuzigten gesehen. Zugleich hatte er an seiner Seite ein grosses, drei Finger breites Wundmal. Sämtliche Male waren blutrot, durch Zusammenziehen des Fleisches wie gerundet und oft mit Blut seine Kleider benetzend. Nie gingen sie in Eiterung über, nie wendete er Heilmittel dagegen an. Er lebte mit denselben noch zwei Jahre. Vor den Leuten verhüllte er übrigens die Male, so viel er vermochte, legte Schuhe an und trug die Hände sorgfältig bedeckt. Doch sahen bei seinen Lebzeiten viele, was sich nicht verbergen liess. Papst Alexander und mehrere Kardinäle gaben als Augenzeugen davon Zeugnis. Nach seinem Tode sahen sie Unzählige an seiner Leiche. |
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