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Parapsychologie
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Dunne-Effekt

Nicht nur Tagesreste (Freud) können Traumauslöser sein, sondern auch ihre Umkehrung: Ereignisse aus der nahen Zukunft.

Tenhaeff spricht von präkognitiven Träumen mit fragmentarischer Übereinstimmung oder vom Dunne-Effekt.

Der irische Luftfahrtingenieur John William Dunne (1875-1949), der unter anderem den Vulkanausbruch auf Martinique, 1902, vorausträumte, untersuchte diesen Traumtypus systematisch.

 

Ein Beispiel bietet Dunnes Traum von der Ankunft einer Expedition in Khartum. Am nächsten Tag las er von dieser Ankunft, mitsamt den geträumten Details, in der Zeitung.

Die tatsächliche Ankunft lag vor dem Traum, so dass Hypothesen eines Astralwallens nach Khartum oder ähnliches ausgeschlossen erscheinen.

 

Tenhaeff berichtet aus eigenem Erleben:

Ihm träumte von einem Mann, der hinter einem Handkarren herläuft, auf den 2 friesische Standuhren geladen sind.

Ungefähr 8 Stunden später zeigt ihm jemand eine friesische Standuhr, die er geerbt hat.

 

Eisenbud gibt den Traum eines Patienten wieder:

Ein stämmiger Strolch dringt in das eheliche Schlafzimmer ein und versucht, sich seiner Frau sexuell zu nähern, die neben ihm schläft. Er greift nach einem Hammer mit der Absicht, den Angreifer zu vertreiben, indem er pausenlos auf dessen Kopf und Gesicht einschlägt, aber er fühlt sich dabei schwach wie ein kleines Baby. Der Kerl lacht nur und kommt drohend auf ihn zu.

Am Abend darauf geht der Patient in ein Kino, im Beiprogramm läuft ein Kurzfilm mit Ausschnitten früherer Leinwandkomödien. Der erste Ausschnitt aus einer sehr alten Mack-Sennett-Komödie zeigt ein Baby, das neben einem riesigen alten Schurken liegt, der eingeschlafen ist. Das Baby bekommt einen Hammer zu fassen und fängt an, damit auf den Kopf des Mannes einzuschlagen, der Schlafende scheint jedoch ungerührt und macht nur hin und wieder eine Bewegung, als wolle er eine Fliege verscheuchen.

Vor allem das letzte Beispiel - zu dessen mythologischen Entsprechungen z. B. eine Episode Thors in Utgard in der germanischen Überlieferung zu zählen ist - zeigt, dass die tiefenpsychologische Interpretation (Hammer als Sexualsymbol!) die Motivation zur Wahl des Auslösers plausibel machen kann.

 

Schon Leibniz glaubte, dass der Mensch seine Zukunft im Innern kennt.

 

Dunne entwarf anhand seiner Beobachtungen Zeitmodelle, um sich dieses Phänomen erklären zu können, und entwickelte so seine berühmte Theorie des Serialismus, die die Zeit als Vierte Dimension betrachtet:

Wenn sich die Zeit bewegt, müssen wir sie messen können, aber die messende Zeit muss aus anderen Zeiteinheiten bestehen als die gemessene.

Die messende Zeit muss man wiederum mit einer dritten Zeit messen usw.

Diesen Gedanken der Zeitfeld-Serien hatte bereits Schopenhauer in Erwägung gezogen und wieder verworfen.

Schopenhauer teilt übrigens selbst einen Traum mit Dunne-Effekt mit, den TintenklecksTraum.

 

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