| Druiden |
| Keltische Gelehrtenklasse mit richterlichen, priesterlichen (Opfer, Weissagung) und erzieherischen Funktionen. Der Eichenkult spielte im Rahmen ihrer religiösen Übungen eine wichtige Rolle. Der Unterricht wurde ausschliesslich mündlich erteilt, das Aufschreiben von Lehren war verboten. Unter dem politischen und missionarischen Druck Roms verloren die Druiden mehr und mehr an Bedeutung (nur in Irland hielten sie sich bis ins 6. Jahrhundert) und wurden zu blossen Zauberern und Wahrsagern. Versuche in der Neuzeit, das Druidentum wiederzubeleben (Gründungen von sogenannten Druidenorden in England, Amerika, Australien seit 1781), stehen in keinem wirklichen Traditionszusammenhang mit den keltischen Druiden. Zu den zauberischen Praktiken der Druiden zählt auch der Stierschlaf (tarbfess), ein divinatorisches Verfahren, um den Namen des zukünftigen Königs in Erfahrung zu bringen: Ein weisser Stier wird getötet, irgend jemand isst sich satt an seinem Fleisch und an der Brühe davon und schläft unter der Wirkung des Mahles ein. Ein or firinne (Gold der Wahrheit) wird von 4 Druiden über ihn gesungen. Der Schlafende schaut nun in einer Vision die Art desjenigen Mannes, der dort König werden wird, nach seiner Gestalt und seinem Gebaren, und die Art der Beschäftigung, der er gerade obliegt. |
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