| Dämon |
| Im homerischen Griechenland neben theos eine Bezeichnung für die Gottheit. Theos bezog sich auf den in Kult und Mythos greifbaren personalen Gott, Dämon mehr auf das göttliche Vermögen, die besondere Kraft der Überirdischen, die Schicksalsmacht. In der spätantiken Vorstellung (etwa seit Platon) versteht man unter Dämon ein höheres Wesen, gut oder böse, göttlich, aber nicht eigentlich ein Gott. In der Gnosis werden die Dämonen den Engeln in etwa gleichgestellt. Im Christentum der ersten Jahrhunderte wurden die heidnischen Götter, deren Existenz nicht bezweifelt wurde, zu bösen Dämonen. Im Dämonenglauben des Mittelalters, und im neuzeitlichen Verständnis der Besessenheit kamen ambivalente Tendenzen des Christentums zum Tragen. Die Psychologie sieht heute in den Dämonen Projektionen und Objektivationen innerpsychischer Qualitäten. Die magischen Dämonenbeschwörungen erscheinen auf diesem Hintergrund als autotherapeutische Massnahme, als Versuch, die eigene Persönlichkeit zu integrieren und zu kontrollieren. |
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