| Cook, Florence |
| Englisches Materialisationsmedium. Schon in ihrer Kindheit soll die Cook übersinnliche Erfahrungen (Stimmen, Gesichte) gehabt haben. Mit 15 lernte sie das Tischrücken als Gesellschaftsspiel kennen. Dabei ereignete sich angeblich eine Levitation Cooks. Später trat Automatisches Schreiben auf und in weiteren Sitzungen - einige zusammen mit dem englischen Medium Frank Herne - erneut Levitationen. Einmal wurde Cook dabei von unsichtbarer Hand entkleidet. Ihre bekannteste Trancepersönlichkeit war Katie King, die, allmählich voll materialisiert, gleichsam als Hausgenossin bei dem Medium lebte - was für den Ehemann mancherlei Probleme aufgeworfen haben soll. Katie King behauptete, John Kings Tochter zu sein. Irdischer Sünden wegen müsse sie büssen, und Teil ihrer Busse sei es, Zeugnis für die jenseitige Welt abzulegen. Später trat eine andere Kontrolle, Marie, auf, die sich mehrfach, z. B. 1899 während einer Sitzung in Berlin, materialisierte. Auch die beiden Schwestern der Cook waren medial begabt, vor allem Katie Cook, die ebenfalls Materialisationen produzierte. Wallace will einer dieser Materialisationen, die er von London her kannte, in New York bei einer Sitzung mit einem anderen Medium wiederbegegnet sein. Die Leistungen der Cook sind umstritten. Trevor Hall, ein englischer Vermessungsbeamter und parapsychologischer Autor, hält sie für eine Betrügerin und behauptet, dass Crookes, immerhin ein sehr angesehener und bedeutender Gelehrter, der die Erscheinung alles in allem 44mal fotografiert sowie Katie King mehrfach gesehen, sie berührt hat (er schwärmte von der vollkommenen Schönheit ihres Gesichts) und sich für die Echtheit verbürgte, eine Liaison mit Cook hatte und deshalb ihre Betrügereien deckte. Die Sitzungsbedingungen waren jedenfalls so, dass es in vielen Fällen ausgeschlossen scheint, dass das Medium selbst, etwa in Transfiguration, als Katie King auftrat. So wurde z. B. durch das sich in Trance befindende Medium im Dunkelkabinett ein elektrischer Strom geschickt und ausserhalb des Kabinetts der Ausschlag am Galvanometer verfolgt: Während sich Katie King zeigte, muss Cook völlig bewegungslos gewesen sein. Auch andere Forscher verbürgten sich für die Echtheit des Phantoms, so etwa Aksakow, der es bei zwei Séancen sah und sprach. Ein Herr Volkmann, der Katie für das Medium hielt, griff nach ihr und, so wird behauptet, erlebte, dass sie Arme und Beine verlor und aus seinen Händen verschwand. Marryat, die alle grossen englischen und amerikanischen Medien ihrer Zeit kannte, schreibt: Katie (d. h. das von Fräulein Cook losgelöste Phantom) stellte sich an die Wand des Salons mit ausgestreckten Armen, wie wenn sie gekreuzigt wäre. Man zündete drei grosse Gasflammen an, die alles sehr gut beleuchteten, Katie blieb noch etwa eine Sekunde wie zuvor stehen, dann begann sie sich nach und nach aufzulösen. Zuerst wurden die Züge verschwommen, die Augen traten in die Augenhöhlen zurück, die Nase verschwand ebenso wie die Stirn. Dann schienen die Glieder sich aufzulösen und in Stücken auf den Boden zu fallen. Zuletzt blieb noch ein Stück des Kopfes und ein Haufen weisser Kleider, dann verschwand alles. |
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