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Parapsychologie
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Baader, Franz Xaver von

Deutscher katholischer Philosoph, Vertreter der Romantik.

Baader versuchte in seiner Theosophie eine Synthese der Anschauungen von Böhme und Schelling.

Selbst seit seiner Jugend von zeitweiligen somnambulen Zuständen befallen, hat sich Baader in seinem Werk häufig bestimmten psychisch-psychiatrischen Randgebieten zugewandt.

 

Im Fragment aus der Geschichte einer magnetischen Hellseherin berichtet Baader aus eigener Beobachtung von einem einfachen Bauernmädchen, das keine höheren Interessen hatte, sich namentlich auch an religiösen Dingen uninteressiert zeigte.

Im somnambulen Zustand bot sie jedoch hellseherische Leistungen und sprach vorzugsweise über religiöse Gegenstände.

Daneben entwickelte sich ein zweiter somnambuler Zustand - die Besessenheit durch einen bösen, gottfeindlichen Geist:

So musste man von nun an drei (Zustände) unterscheiden, den des gemeinen Wachens, den des guten magnetischen und jenen des bösen magnetischen Wachens.

Stimme, Gebärde und Physiognomie, Gesinnung waren in diesen beiden letzteren Zuständen wirklich wie Himmel und Hölle unterschieden und namentlich die Gesichtszüge wechselten so schnell, dass man seinen Augen kaum trauen und sie in dem satanischen Anfall kaum für dieselbe Person wieder erkennen konnte ... In dieser bösen Krisis sprach sie auch von sich selbst jedesmal in der dritten Person ... Eines Tages traf ich die Somnambule in einem wahrhaft grässlichen Zustand ... Alle Gliedmassen schienen flüssig und aufgelöst und für eine tiefer wirkende Aktion gleichsam durchsichtig. Ein paarmal erschraken wir nicht wenig, weil wir wirklich wegen der Beweglichkeit des Kopfes, das Genick gebrochen glauben mussten. Ein andermal zeigten sich Arme und Beine wie verrenkt oder gebrochen.

Die Leidende wurde ... im Bett bald empor, bald fürchterlich hin und wieder geworfen, und zwar ein paarmal mit solcher Wut gegen die Mauer, dass wir alle meinten, Kopf und Genick müsste entzwei sein.

Die Ekstase sah Baader wie frühere Autoren als eine Antizipation des Todes in dem Sinne, dass in ihr die Seele frei sei von der leiblichen Gebundenheit an Hirn, Nerven und Sinnesorgane.

Dabei ist der Ekstatiker nicht in eine andere Welt entrückt, sondern nur an seine anders, magisch gebunden, das beweist die Existenz des Hellsehens.

Baader nimmt eine doppelte Gemeinschaft des Menschen mit der Welt an, eine leiblich-sinnlich vermittelte und eine ausser dem Leib, die magische.

Der magische Verkehr folgt anderen Gesetzen als der sinnliche Kontakt.

Im Normalzustand decken sich beide ... Gemeinschaftssphären als konzentrische Kreise, sind jedoch leicht zersetzbar, wie denn des Menschen waches (körperlich-sinnliches) Bewusstsein nur zu leicht verrückbar ist, obschon der Materialist wie der Skeptiker auf dasselbe felsenfest bauen zu können wähnen.

Das fixierte Nebeneinanderbestehen oder Aussereinander-gehalten-Bleiben dieser beiden Sphären führt notwendig zur Verrücktheit, und ein grosser Teil unserer Narren ist wohl auf diesem Wege verrückt geworden.

 


 

 

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