| Aura |
| 1. in der antiken Kunst Verkörperung der milden Lüfte in weiblicher Gestalt, durch segelartiges Tuch über dem Kopf gekennzeichnet 2. bei Empedokles die ausströmende Substanz des Lichtes 3. dem Auge oder auch dem Geruchssinn wahrnehmbare Vorzeichen unmittelbar vor einem epileptischen Anfall 4. als Leuchterscheinung sensitiven oder in Ausnahmefällen wahrnehmbaren Hof, der den ganzen Körper oder auch nur Teile einer Person umgibt Eine angeblich feinstoffliche Ausstrahlung des menschlichen Körpers. Soll manchmal auch an Tieren oder Gegenständen wahrnehmbar sein, vorwiegend jedoch bei aussergewöhnlichen Menschen (z. B. Heiligen) und in besonderen Situationen. Es handelt sich dabei um verschiedene okkultistische Konstrukte, deren parapsychologische Bedeutung noch umstritten ist. Immer wieder wurden Versuche unternommen, die Aura mittels technischer Vorrichtungen sichtbar zu machen: Kilner, Reichenbach. Die interessantesten Ergebnisse lieferte bisher die Kirlian-Fotografie. Polychrome Auren sollen je nach Farbgebung im Hinblick auf Charakter, Krankheit oder Schicksal deutbar sein. So werden z. B. in der Anthroposophie 5 Auraschichten unterschieden. Der Glaube an eine Aura ist alt und in vielen Kulturen verbreitet, er begegnet in verschiedenen Ausformungen, verwiesen sei auf das ägyptische Ka, das chinesische Ch'i und das indische Prana. Das christliche Mittelalter unterschied z. B. nach Nimbus und Halo (auf den Umkreis des Kopfes beschränkte oder zumindest von ihm ausgehende Aura). Aureole (den Körper umgebende Aura) und Glorie (Aureole und Nimbus). Dass der lebende Körper von bestimmten messbaren Mänteln (z.B. Wärme) umgeben ist, scheint einleuchtend. Parapsychologisch bedeutsam sind vor allem solche Theorien zur Aura, die behaupten, sie sei die Exteriorisation einer psychischen Energie. 1852 entwickelte Buchanan das Konzept einer Nervenaura - möglicherweise eine Vorstufe von Materialisationen und Ursache psychokinetischer Effekte. Ein Teil der Aurawahrnehmungen lässt sich mit Tenhaeff als symbolische Vision verstehen: Charaktereigenschaften, telepathisch oder normal erfahren, vielleicht auch auf den Beobachteten projiziert, werden symbolisch in Farbe erfahren, etwa so, wie manche Menschen Musik in Farben sehen können. Zunächst scheint die Aura sich immer um den Menschen herum zu befinden, zu dem sie gehört. Sie scheint unlöslich mit seiner physischen Erscheinung verbunden zu sein ... Beim Betreten des vegetarischen Restaurants Freya in München spürte ich einmal eine besonders schöne, intensive blaue Aura, die den ganzen Raum zu durchdringen schien. Ich suchte festzustellen, von wem sie ausging, und entdeckte nun erst einen mir völlig unbekannten Inder als die zu der Aura gehörigen Person. Nach längerer Zeit sah ich beim Betreten desselben Restaurants wieder diese Aura und suchte nun nach dem Inder, den ich dann auch entdeckte. ... Das aurische und das physische Sehen müssen demnach also doch voneinander verschieden sein ... Man hat auch geglaubt, die Aura entspreche durchaus den gewöhnlichen, sinnlichen Farben, sei nur gleichsam dünner oder feiner als diese. Alle derartigen Definitionen dürfen nur als Hinweise, als Analogien, keinesfalls wörtlich genommen werden. In der Tierpsychologie spricht man von Nesta. und meint damit den art- oder gemeinschaftseigenen Geruch, der anscheinend dem gegenseitigen Erkennen dient. |
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