| Askese |
| Oft religiös motivierter freiwilliger Verzicht auf sinnliche Genüsse. Willensübungen zur Beherrschung der Triebe und Leidenschaften, verbunden mit Fasten, Schlafverzicht, Einschränkungen der Bewegungsfreiheit (Einmauern in Reklusen, Ausharren auf einer Säule), Kasteiungen und anderes mehr. Petrus von Alcantara (1499-1562) hat nach dem Zeugnisse der heiligen Teresa, die mit ihm in vielfacher Verbindung gestanden, 40 Jahre hindurch bei Tag und Nacht nie mehr als anderthalb Stunden, und zwar sitzend, das Haupt an einen Pfahl gelehnt, geschlafen, meist nur über den dritten, oft erst über den achten Tag Brot und Wasser gegessen, und durch jegliche Abtötung das organische Leben in seiner leiblichen Entwicklung in so enge Schranken zurückgewiesen, dass er aussah wie aus Baumwurzeln zusammengeflochten. Diese Lebensweise begünstigt psychische Ausnahmezustände, Halluzinationen können auftreten und gelegentlich wird von psychokinetischen Effekten, z. B. Levitation oder paranormalen Inhalten der Visionen berichtet. Solche Manifestationen werden in der religiösen Askese als peripher, allenfalls als Bestätigung von seiten der Gottheit empfunden und nicht durch die Übung angestrebt. Anders bei der dämonischen Askese: Um den Preis des Guten will der Mensch durch sie übernatürliche Macht im irdischen Bereich ausüben. |
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